Refertilisierung beim Mann: Vasektomie rückgängig machen

Die Sterilisation des Mannes durch Samenleiterunterbindung, Vasektomie genannt, ist eine weit verbreitete und sehr sichere Methode zur Verhütung, die bei vielen Urologen zum Standard gehört. Die neuesten Studien aus den USA zeigen, dass die Sterilisation des Mannes inzwischen die vierthäufigste Verhütungsmethode ist – mit steigender Tendenz. Lange Zeit ging man davon aus, dass sie endgültig ist.

RefertipaarDoch manchmal ändern sich Lebensumstände, und wenn der Wunsch nach einem (weiteren) Kind entsteht, ist die Refertilisierung die einzige Möglichkeit zu einer natürlichen Schwangerschaft. Andere Verfahren haben meist eine schlechtere Erfolgsquote und können deutlich höhere Kosten mit sich bringen.

Sterilisation beim Mann sind nicht mehr endgültig

Über 30 Prozent der Männer, die eine Vasektomie haben durchführen lassen, entwickeln im Nachgang einen (oft erneuten) Kinderwunsch. Etwa sechs bis zehn Prozent aller Männer, die sich sterilisieren ließen, entscheiden sich, diesen Eingriff wieder rückgängig machen. Hierzu wird eine mikrochirurgische Operation durchgeführt, Refertilisierung oder auch Vasovasostomie genannt. Bei dieser Operation kann die Zeugungsfähigkeit des Mannes wieder vollständig hergestellt werden.

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Das Klinik-Team von Prof. Sommer ist eines der weltweit erfahrensten Teams für Refertlisierungs-Operationen. Wir stehen Ihnen zur Beratung und für alle Ihre Fragen zur Verfügung. 

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Die Methoden

In unserer pdf-Broschüre zum Thema Mikrochirurgische Refertilisierung haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen rund um das Thema zusammengestellt.

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Die Zeugungsfähigkeit auf natürlichem Wege ist nur bei durchgängigen Samenleitern gegeben. Diese kann entweder durch Wiederverbindung der Samenleiter (Vasovasostomie, überwiegend nach Sterilisation) oder durch Anbindung des Samenleiters an ein Nebenhoden-Kanälchen (Vaso-Epididymostomie oder Tubulovasostomie) hergestellt werden. Beide Verfahren werden ambulant in Vollnarkose durchgeführt.

 

Vasovasostomie

Die Vasovasostomie ist ein mikrochirurgisches Verfahren, bei der die Samenleiter nach einer Vasektomie wieder miteinander verbunden werden. Die Operation erfolgt unter Verwendung eines hochauflösenden Mikroskops und sehr feiner Instrumente und setzt spezielles operatives Training und vor allem große Erfahrung auf dem Gebiet der chirurgischen Refertilisierung (Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit) voraus (mehr zum Thema Vasovasostomie).

Vaso-Epididymostomie

Bei der Vaso-Epididymostomie (oder Tubulovasostomie) handelt es sich um einen noch komplexeren Eingriff. Hier erfolgt die operative Zusammenführung des Samenleiters an die noch feineren und kleineren Nebenhodenkanälchen. Nur sehr mikrochirurgisch versierte und geübte Operateure können dies erfolgversprechend durchführen.

Die Entscheidung, ob eine Vasovasostomie oder eine Vaso-Epididymostomie durchgeführt wird, fällt intraoperativ durch eine spezielle Untersuchung der Samenflüssigkeitsqualität an. Wenn aus den hodennahen Samenleitern keine Spermien austreten, sucht der Operateur eine geeignete Verbindungsstelle mit den Nebenhodenkanälchen, um die Zeugungsfähigkeit wieder herzustellen. In ca. 10 Prozent der Fälle ist die Vaso-Epididymostomie der Eingriff der Wahl (mehr zum Thema Vaso-Epididymostomie).

Unsere Erfolgsquoten bei einer Refertilisierung

Prof. Dr. Sommer ist auf diesem Gebiet führend. Er hat weit über 1.500 Eingriffe dieser Art bislang durchgeführt. Hierbei ist essenziell, die richtige Technik anzuwenden. Er führt die Samenleiter-Enden unter einem Mikroskop mit ca. 20facher Vergrößerung wieder zusammen. Unsere Erfolgsquote bezüglich der Durchgängigkeit nach Zusammenführung der Samenleiter liegt bei über 95 Prozent. Die Schwangerschaftsraten sind dann genauso, als ob der Mann nie eine Sterilisationsoperation hatte.

Studien haben ergeben, dass es für die Erfolgswahrscheinlichkeit der Refertilisierungsoperation nicht erheblich ist, wie lange die Vasektomie her ist. Im Internet kursieren leider immer noch viele Halbwahrheiten und Mythen zu diesem Thema, sodass viele Männer (und teilweise auch Ärzte) davon ausgehen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Erfolgswahrscheinlichkeit und der Anzahl der Jahre, wie lange die Vasektomie her ist, gibt. Dies ist allerdings nicht der Fall. Entscheidend ist, dass die diagnostischen und partnerschaftlichen Parameter stimmen. Ist dies gegeben, sind erfolgreiche Refertilisierungen mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, unabhängig davon, wie lange die Vasektomie her ist.

Alternative Verfahren

Eine operative Alternative ist beispielsweise die künstliche Befruchtung mittels ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Hierbei werden die Spermien des Mannes chirurgisch gewonnen und für eine künstliche Befruchtung eingesetzt.

Der Nachteil dieser Operation ist, dass die Partnerin über Wochen hormonell stimuliert wird und sich zusätzlich einem operativen Eingriff unterziehen muss. Darüberhinaus geht die künstliche Befruchtung mit einem erhöhten Risiko von Mehrlingsschwangerschaften einher, was für die Frau eine Risikoschwangerschaft bedeutet.

Bei einer Refertilisierungsoperation entfallen diese Belastungen der Partnerin. Des Weiteren sind die langfristigen Schwangerschaftsraten höher als bei einer künstlichen Befruchtung. Die Refertilisierung ist im Vergleich zur künstlichen Befruchtung das kostengünstigere und komplikationsärmere Verfahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Refertilisierung die Zeugungsfähigkeit auf Dauer wiederhergestellt wird, sodass auch weitere Schwangerschaften ohne zusätzliche Behandlungen beider Partner möglich sind.

Erneute Refertilisierungs-Operation

Sollte bei Ihnen bereits der erfolglose Versuch einer Refertilisierungsoperation (operative Verbindung der Samenleiter nach vorangegangener Vasektomie) durchgeführt worden sein, so kann dies mehrere Gründe haben:

  • Es wurde keine mikrochirurgische Technik angewandt
  • Der Operateur verfügte nicht über ausreichend Erfahrung, eine Refertilisierungsoperation durchzuführen
  • Die Ausstattung des OP-Saales mit den notwendigen Instrumenten und Materialien war nicht für einen so feinen und sensiblen Eingriff ausgelegt
  • Eine mangelhafte Durchblutung der neuen Verbindungsstelle der Samenleiter
  • Eine etwaige Vaso-Epididymostomie wäre notwendig gewesen, wurde aber nicht durchgeführt
  • Eine Refertilisierungsoperation konnte aus anderen Gründen nicht erfolgreich durchgeführt werden

Versierte Operateure können anhand des alten Operationsberichtes und einer eingehenden Untersuchung eine Problemlösung erarbeiten und je nach Befund eine erneute Refertilisierungsoperation durchführen.

Der Operationsverlauf

Während sich der Patient in Vollnarkose befindet, werden durch zwei Schnitte über beiden Hoden die Samenleiter freigelegt. Nach Entfernung der Samenleiterstümpfe wird eine Ejakulatprobe entnommen und sofort mikroskopisch untersucht. In den meisten Fällen sind hier Spermien (Samenzellen) zu sehen. Anschließend werden die Enden der beiden Samenleiter unter einem Operationsmikroskop mit teilweise über 20-facher Vergrößerung wieder verbunden. Zeigt sich während der Operation, dass das Samenleiterende, welches vom Nebenhoden kommt, keine Samenflüssigkeit transportiert, kann der Samenleiter, der von der Harnröhre kommt, mit einem Nebenhodenkanälchen verbunden werden.

Der Eingriff dauert ca. zwei Stunden und wird ambulant durchgeführt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Durchgängigkeitsrate nach erfolgreichem Eingriff bei über 95 Prozent liegt. Entscheidend für den Erfolg der Operation ist unter anderem die Erfahrung des Operateurs, da dies kein Standardeingriff der Urologie ist, sondern eine Operation, die hohes mikrochirurgisches Geschick und Erfahrung voraussetzt. Mehr zu den Erfolgsfaktoren

Vor und nach der Refertilisierungsoperation

Vor der Operation

Um einen erfolgreichen Eingriff gewährleisten zu können, sind einige Voruntersuchungen notwendig. Durch eine körperliche und eine Ultraschall-Untersuchung erhält der Operateur einen ersten Eindruck vom Operationsgebiet und kann auf diese Weise Komplikationen ausschließen. Eine Blutuntersuchung ist ebenso notwendig. Es wird u.a. ein Hormon (FSH) bestimmt, um zu erkennen, ob noch Spermien im Hoden produziert werden.

Vor der Operation dürfen Sie 4 bis 6 Stunden vorher nicht essen, trinken oder rauchen. Auf die Einnahme von blutverdünnenden Substanzen wie ASS sollte zehn Tage vor dem Eingriff verzichtet werden.

Nach der Refertilisierung

Nach der Operation gilt zunächst einmal: Drei Tage absolute Ruhe, Beine hoch legen und Hoden kühlen. Darüber hinaus sollten Sie eine enge Unterhose anziehen, damit die Hoden fest anliegen (so werden Schmerzen verhindert und der Heilungsprozess optimiert).

Darüber hinaus ist eine Krankschreibung von 7 Tagen bei Berufen mit leichter körperlicher Belastung und bei Berufen mit starker körperlicher Belastung von 14 Tagen erforderlich.

Nach 14 Tagen sind Sex und leichter Sport möglich. Mit Leistungssport sollten Sie erst wieder 6 Wochen nach der Operation beginnen.

Eine zu frühe Belastung kann zu Wundheilungsstörungen und damit zur Egalisierung des Eingriffes führen.

Bei uns sind Sie in guten Händen

Vor, während und nach der Operation befinden Sie sich in professionellen Händen. Unsere Mitarbeiter in der Andrologie sind überdurchschnittlich qualifiziert und gewährleisten gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau.

Nach der Operation stehen Ihnen Prof. Dr. Sommer und bei seiner Abwesenheit qualifizierte ärztliche Vertreter für Ihre Fragen und Wünsche zur Verfügung, ferner eine 24-Stunden-Hotline nach Ihrer Entlassung.

Sprechen Sie uns an für weitere Informationen.

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Refertilisierungsoperation - Die häufigsten Fragen

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei einer Refertilisierung?
Gibt es Statistiken über die Erfolgsquote?
Wie viele Refertilisierungsoperationen hat Prof. Sommer bereits durchgeführt?
Wo wird der Eingriff vorgenommen?
Wird die OP unter Vollnarkose durchgeführt oder auch unter Lokalanästhesie?
Wie hoch sind die Kosten des Eingriffs?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten ganz oder teilweise?
Welche Komplikationen können auftreten?
Muss immer ein Vorgespräch vor dem Eingriff erfolgen?
Wird der Eingriff wirklich von Prof. Sommer selbst durchgeführt?
Wie lange darf die Vasektomie her sein?
Wie lange muss ich nach der Operation zu Hause bleiben?
Ab wann kann ich überprüfen, ob die OP erfolgreich war?
Worauf sollte ich bei der Wahl des Operateurs achten?
Wie ist der Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und Spermiendefekten?
In-vitro-Fertilisation oder Refertilisierungsoperation?
Haben durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugte Kinder ein höheres Krebsrisiko?
Müssen Männer nach einer Refertilisierung besonders darauf achten, nicht am Zikavirus zu erkranken?

 

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei einer Refertilisierung?

Prof. Sommer ist ein international anerkannter Spezialist für mikrochirurgische Refertilisierungsoperationen. Pro Jahr führt er etwa 100 Vasovasostomien durch, bei 90 Prozent der Patienten eine beidseitige Vasovasostomie (Verbindung von Samenleiter zu Samenleiter). Seine Erfolgsquote spricht für sich: Bei über 97 Prozent der Patienten konnten nach dem Eingriff Spermien im Ejakulat nachgewiesen werden. Damit kommen die behandelten Männer ihrem Kinderwunsch nach der erfolgreichen Refertilisierungsoperation ein ganzes Stück näher.

Kein einziger Patient benötigte im letzten Jahr beidseits eine Vaso-Epidimostomie. Bei dem Eingriff wird auf der einen Seite Samenleiter an Samenleiter zusammengefügt. Und auf der anderen Seite wird eine Vaso-Epididimostomie durchgeführt. Hier beträgt die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent, dass das Ejakulat Spermien enthält. Bei den Männern, bei denen sowohl eine Vasovasostomie als auch eine Vaso-Epididimostomie erforderlich war, traten in fast 97 Prozent der Fälle Spermien im Ejakulat auf.

Grundsätzlich kann die Spermienproduktion aus einem Hoden ausreichend sein, um eine Schwangerschaft herbeizuführen. Ein Beispiel dafür sind auch die Patienten von Prof. Sommer, die einen Hoden durch einen Unfall oder operativen Eingriff verloren bzw. entfernt bekommen haben – und die trotzdem problemlos auf natürlichem Weg, ohne künstliche Nachhilfe, Kinder gezeugt haben. Wenn etwa eine Seite, wie bei der Vaso-Epididimostomie, nur eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Durchgängigkeit hat, sieht man im Gesamtejakulat sowohl die Spermien des rechten und linken Hodens. Kritisch wird es, wenn die Spermienzahl reduziert ist und unterhalb der WHO-Empfehlung liegt: Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.

In der Sprechstunde von Prof. Sommer erfolgen grundsätzlich eine gründliche körperliche Untersuchung, eine Blutabnahme zum Nachweis, dass die Spermienproduktion noch angeregt ist und eine Ultraschalluntersuchung. Außerdem führt Prof. Sommer immer ein ausführliches Beratungsgespräch mit seinen Patienten. 

Warum beträgt die Erfolgsrate nicht 100 Prozent?

Es gibt immer wieder mal entzündliche Prozesse, die dazu führen, dass die feine empfindliche Schleimhaut der Samenleiter verklebt und die Spermien nicht mehr ungehindert ins Ejakulat wandern können. Zusätzlich besteht auch die Gefahr, dass sich Narbengewebe bildet. Dieses führt manchmal zu kleinen Wucherungen. Diese kleinen Erhebungen können in ganz seltenen Fällen den Weg der Spermien durch den Samenleiter blockieren. Prof. Sommer achtet daher sehr darauf, dass diese beiden Faktoren so gut wie nie auftreten. Unter anderem erfolgt während der Einleitung der Narkose, bevor die Operation durchgeführt wird, die Gabe eines speziellen Antibiotikums. Damit wird das Risiko einer Infektion so gering wie möglich gehalten.

Bei der Umkehrung der mikrochirurgischen Operation einer Vasektomie sind zwei Erfolgsraten zu berücksichtigen:

  1. Die Durchgängigkeits-Rate – damit das Ejakulat wieder Spermien enthält
  2. Die Schwangerschaftsrate – also der erfolgreiche Versuch einer Schwangerschaft

Durchgängigkeits-Erfolgsrate (Erfolgsquote)

Die Durchgängigkeits-Erfolgsrate zeigt auf, wie operativ versiert ein Mikrochirurg ist. Unter anderem hängt das natürlich auch davon ab, wie gut die Patienten im Vorfeld selektiert und aufgeklärt wurden.

Anhand der Durchgängigkeitsrate lassen sich die mikrochirurgische Fähigkeiten des Operateurs erkennen. Prof. Sommer schreibt Erfolgsraten nur, wenn Spermien im Ejakulat zu sehen sind und diese sich bewegen. Andere Operateure beschreiben eine Erfolgsrate als gegeben, wenn Ejakulat auch nicht bewegliche Spermien bzw. „tote“ Spermienköpfe enthält. Hintergrund: Tote Spermien oder vereinzelt lokalisierte Spermienköpfe können eine Art Herauswaschung alter Spermien sein – und daher keine Indikation für eine Durchgängigkeit.

Anhand dieser Tabelle lässt sich gut erkennen, dass etwa 3 Monate nach der Operation bei ca. 80 Prozent der operierten Männer bewegliche Spermien im Ejakulat nachgewiesen werden konnten. Bei einer Epididymovasostomie dauert es länger, bis mobile Spermien im Ejakulat auftreten – manchmal mehrere Monate oder auch Jahre.

Bei Prof. Sommer liegt die Durchgängigkeitsrate bei über 97 Prozent, wenn während der Operation mobile Spermien gefunden werden. Sollten während der Operation keine mobilen Spermien gefunden werden, liegt die Erfolgsquote bei über 94 Prozent.

Das Alter der Patienten und der zwischen Vasektomie und Refertilisierungsoperation liegende Zeitraum ist für die Gesamt-Erfolgsrate von Prof. Sommer unerheblich. Die Datenlage zeigt allerdings: Bei Männern, bei denen die Vasektomie noch nicht so lange zurückliegt, ist nach der Refertilisierungsoperation ein geringerer Zeitraum nötig, damit im Ejakulat Spermien vorzufinden sind.

Warum ist die Durchgängigkeitsrate bei einer Vaso-Epididymostomie geringer?

Das liegt unter anderem daran, dass die Nebenhodenkanälchen einen wesentlich geringeren Durchmesser haben als die Samenleiter. Wenn sich hier Narbengewebe bildet, kann es für die Spermien auf ihrem Weg in den Samenleiter schwierig werden.

Gibt es Statistiken über die Erfolgsquote?

Ja, die gibt es. Prof. Sommer war jahrelang Oberarzt an der Universitätsklinik Köln und ist seit 2005 Professor für Männergesundheit und mikrochirurgischer Spezialist in Hamburg.

In beiden Kliniken hat er regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Refertilisierung durchgeführt und es wurden zahlreiche Statistiken bezüglich seiner Erfolgsquote erstellt.

Wie viele Refertilisierungsoperationen hat Prof. Sommer bereits durchgeführt?

Prof. Sommer hat bereits über 1.500 Refertilisierungsoperationen durchgeführt. Dies umfasst sowohl Vasovasostomien (auch Vaso-Vasostomien geschrieben) als auch die (komplexeren) Vaso-Epididymostomien.

Er ist einer der mikrochirurgisch versiertesten Operateure weltweit. Prof. Sommer führt seit vielen Jahren ausschließlich genitalchirurgische (in der Regel mikrochirurgische) Eingriffe durch. Dabei setzt er Mikroskope mit bis zu 24facher Vergrößerung ein, um ein optimales Operationsergebnis zu erzielen.

Wo wird der Eingriff vorgenommen?

Die Operation erfolgt im Anästhesiezentrum Hamburg (AZH). Das AZH zeichnet sich durch hochmoderne Operationsräume und Technik aus.

Wird die OP unter Vollnarkose durchgeführt oder auch unter Lokalanästhesie?

Die Operation wird nur unter Vollnarkose durchgeführt. Der Grund ist die hohe Präzision mit der Prof. Sommer arbeiten muss, um die feinen und sensiblen Strukturen der Samenleiter wieder erfolgreich zusammenzuführen. Die Fäden, die für diesen Eingriff verwendet werden, sind beispielsweise so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Daher nutzen wir Mikroskope mit bis zu 24facher Vergrößerung.

Würde die Operation unter Lokalanästhesie durchgeführt, könnte sich der Patient bewegen. Jede noch so kleine Bewegung würde bei einem solch präzisen, mikrochirurgischen Eingriff extrem stören und den Erfolg der Operation gefährden.

Wie hoch sind die Kosten des Eingriffs?

Die Kosten der Refertilisierung enthalten den Eingriff mit extrem hochwertigem Nahtmaterial sowie die in der Regel etwa zweistündige Vollnarkose im OP und die Nachsorge. Im Fall der komplexeren Vaso-Epididymostomie kommen keine unkalkulierbaren Mehrkosten auf Sie als Patient zu. Mehr zu den Kosten der Operation >

Sehr gerne geben wir Ihnen hierzu telefonisch oder im persönlichen Gespräch nähere Auskunft.Sprechen Sie unser Team darauf an. Kontakt

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten ganz oder teilweise?

Nein, bei einer mikrochirurgischen Refertilisierungsoperation erfolgt keine Kostenübernahme durch die gesetzlichen oder privaten Krankenkassen.

Welche Komplikationen können auftreten?

In weniger als drei Prozent der Fälle (so ist es in der internationalen Literatur beschrieben) können Infektionen auftreten. Daher achten wir nicht nur auf absolute operative Keimfreiheit, sondern verabreichen allen Männern unmittelbar vor Beginn des operativen Eingriffs ein Antibiotikum über die Vene. Dieses Antibiotikum wird dann weitere 5 Tage nach der Operation in Form von Tabletten zur Prophylaxe eingenommen, sodass es nicht zu Infekten kommen soll.

In 50 Prozent der Fälle treten in den ersten Tagen nach dem Eingriff an der operierten Stelle leichte bis mittelgradige Druckgefühle und lokales „Unwohlsein“ auf. Diese können mit Schmerzmitteln behandelt werden.

Muss immer ein Vorgespräch vor dem Eingriff erfolgen?

Uns ist wichtig, dass Sie die bestmöglichen Chancen auf Erfolg haben, wenn Sie sich diesem Eingriff unterziehen. Aus diesem Grund ist immer ein Vorgespräch notwendig sowie eine körperliche Untersuchung mit einer Blutuntersuchung.

Basierend auf diesen Ergebnissen (einschließlich denen der Laboruntersuchung) schätzt Prof. Sommer die Chancen einer erfolgreichen Operation ein. Falls die Untersuchungsergebnisse den operativen Erfolg in Frage stellen, würden wir gemeinsam mit Ihnen Alternativen zur Refertilisierungsoperation besprechen.

Natürlich gehen wir auch darauf ein, wie die individuelle Konstellation des Paars aussieht. Also ob die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt der Partnerin die Möglichkeit einer natürlichen Schwangerschaft von Seiten der Frau bestätigt.

Wird der Eingriff wirklich von Prof. Sommer selbst durchgeführt?

Alle Refertilisierungs-Eingriffe, die Sie mit Prof. Sommer besprechen, werden auch von Prof. Sommer selbst vorgenommen. Erfahrung ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Refertilisierungsoperation. Prof. Sommer ist aufgrund seiner Expertise weltweit einer der gefragtesten Experten auf diesem Gebiet.

Wie lange darf die Vasektomie her sein, damit die Refertilisierungsoperation noch erfolgreich durchgeführt werden kann?

Es gibt diesbezüglich keine Grenze. Selbst wenn die Vasektomie zum Beispiel schon 20 Jahre her ist, ist eine erfolgreiche Refertilisierung möglich. Wichtig ist, dass die Ergebnisse der Voruntersuchung positiv ausfallen und keine Hinweise darauf geben, dass die Erfolgschance der Refertilisierungsoperation reduziert ist.

Im Internet und selbst unter Medizinern existiert immer noch das Gerücht, dass eine Vasektomie, die länger als fünf Jahre her ist, nicht umkehrbar sei.

Unsere eigene Erfahrung sowie Studien international anerkannter amerikanischer Kollegen belegen jedoch, dass es für den Erfolg der Refertilisierung unerheblich ist, ob diese 4 oder 30 Jahre zurückliegt. Viel entscheidender sind die Ergebnisse der Voruntersuchungen.

Sollte eine mikrochirurgische Refertilisierung aufgrund der Ergebnisse nicht in Frage kommen, gibt es weitere Therapie-Optionen.

Wie lange muss ich nach der Operation zu Hause bleiben?

Es ist sinnvoll, sich nach der Operation 3 Tage lang zu Hause aufzuhalten. In der Regel sollten Sie sich in liegender bzw. halb liegender Position befinden und die Operationsstelle lokal kühlen. Nähere Informationen hierzu geben wir Ihnen natürlich auch vor dem Eingriff. Nach Abschluss der 3 Tage können Sie wieder mobiler werden und nach einer Woche im Normalfall wieder arbeiten gehen.

Ab wann kann ich überprüfen, ob die OP erfolgreich war?

Die sogenannte Spermiogenese (Entstehung, Reifung und Entwicklung der Spermien) dauert um die zwölf Wochen. Es braucht diesen Zeitraum, bis die Spermien, die am Tag der Operation entstehen, vollständig entwickelt und bis zum Ejakulat gewandert sind. Ein Spermiogramm kann also ab der zwölften Woche nach der operativen Wiederherstellung durchgeführt werden. Mehr erfahren

Worauf sollte ich bei der Wahl des Operateurs achten?

Bei der Auswahl eines Operateurs sollten Paare sehr genau nach dessen Erfolgsquote fragen. Ein Indiz für einen versierten mikrochirurgischen Operateur ist auch die Anzahl der von ihm durchgeführten Refertilisierungsoperationen. Prof. Sommer operiert mehrmals in der Woche und hat mittlerweile weltweit mehrere Dutzend mikrochirurgische Operateure in seine Techniken eingeweiht und entsprechend trainiert. Aufgrund seiner hohen Expertise sind unter den Patienten von Prof. Sommer viele Männer, die bei anderen Operateuren keinen Erfolg hatten. Prof. Sommer operiert auch immer wieder „schwerere Fälle" erfolgreich. So hat er zum Beispiel schon vielen Männern geholfen, die nach einem Unfall re-refertilisiert werden mussten.

Haben durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugte Kinder ein höheres Krebsrisiko?

Für viele Paare ist die IVF die einzige Chance, ein eigenes Baby zu bekommen. Doch eine künstliche Befruchtung bedeutet für die betroffenen Paare vor allem eines: Stress. Dazu kommt die bohrende Ungewissheit: Wird das Kind auch wirklich gesund sein? Unter Forschern gibt es erste Stimmen, die daran zweifeln, dass künstlich gezeugte Kinder so gesund sind wie Kinder, die natürlich gezeugt wurden. Gefäßprobleme sollen bei ihnen zum Beispiel häufiger auftreten. Nun hat eine wissenschaftliche Studie ans Licht gebracht, dass durch IVF gezeugte Kinder eine leicht höhere Inzidenz haben, an Tumoren zu erkranken. Für die Studie wurden Daten von 275.686 Kindern untersucht, die mittels einer IVF gezeugt wurden (IVF-Gruppe). Die Kontrollgruppe umfasste 2.266.847 auf natürlichem Wege gezeugte Kinder. 321 Tumore haben die Forscher in der Gruppe IVF-Gruppe festgestellt (49,1% Mädchen und 50,1% Jungs), in der Kontrollgruppe waren es 2.042 Tumore (49,2% Mädchen und 50,8% Jungs). Die Tumorrate (bezogen auf eine Million Personen pro Jahr) in IVF-Gruppe: 251,9 – Kontrollgruppe: 192,7. Insbesondere Embryonale Tumore kamen in der IVF-Gruppe häufiger vor, die Leber war überproportional betroffen.

Zwischen autologen Eizellen (Eizellen der leiblichen Mutter) und Spendereizellen (Eizellen einer Spendermutter) zeigte sich eine identische Tumorrate. Keine Unterschiede gab es ferner bei eingefrorenen Embryos und „frisch gewonnenen“ Embryos. Auch der Zeitpunkt des Embryonaltransfers hatte keinen Einfluss auf die Tumorrate. Es bleibt viel zu tun: Zukünftige Studien werden das Thema näher beleuchten, hoffen wir auf positiv stimmende Ergebnisse.

Kurz erklärt: IVF

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern „künstlich" im Labor. Die Behandlung erstreckt sich häufig über mehrere Wochen. Voraussetzung ist fast immer eine Hormonbehandlung der Frau. Sind die Eizellen herangereift und erscheinen sie befruchtungsfähig, hat die Hormoneinnahme ein Ende.Anschließend werden Eizellen aus dem Eierstock entnommen und in einem Laborglas mit Samenzellen zusammengeführt. Gelingt die Befruchtung und entwickeln sich die befruchteten Eizellen weiter, werden ein bis höchstens drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Ungefähr 14 Tage nach der Übertragung lässt sich anhand des Schwangerschaftshormons HCGim Blut der Frau feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Die Geburtenrate nach einer IVP liegt bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus, wobei die Erfolgsaussichten von vielen Faktoren abhängig sind, in hohem Maße von der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und vom Alter der Frau.

Unfruchtbarkeit: Spermiendefekte als Ursache

Sollte nach einer erfolgreichen Refertilisierung der Kinderwunsch weiter unerfüllt bleiben, kann dies daran liegen, dass die Spermien (Samenzellen) auf natürlichem Wege nicht in der Lage sind, eine Eizelle zu befruchten – und das, obwohl das Spermiogramm normal ausfällt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies bei Männern passiert, die eine Refertilisierung hinter sich haben und die in der Vergangenheit schon Kinder gezeugt haben, ist zwar verhältnismäßig gering, aber nicht zu vernachlässigen.

Wenn die Eizelle trotz unauffälligem Spermiogramm nicht durch die Spermien befruchtet wird, kann eine Störung des Ionenkanals in der Zellmembran der Samenzellen ursächlich sein. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu ein Prozent aller Männer in der Kinderwunsch-Sprechstunde davon betroffen sind. Hier wird dann häufig „unerklärliche Sterilität" diagnostiziert.

Wahrscheinlich ist der Defekt des Ionenkanals in der Zellmembran genetisch bedingt. Der Kanal (CatSper-Kanal) wird durch das weibliche Sexualhormon Progesteron, das von der Eizelle ausgeschüttet wird, geöffnet. Durch die Öffnung dieses Ionenkanals strömen Kalziumionen in das Spermium. Das wirkt wie ein „Turbo-Antrieb“, durch den die Samenzelle die Hülle der Eizelle durchbrechen und diese dann befruchten kann. Die logische Konsequenz: Liegt ein solcher Defekt des Ionenkanals in der Zellmembran vor, ist eine ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) anzuraten. Dabei werden die Spermien direkt in die Eizelle mit dem Ziel einer Befruchtung injiziert.

Einen Defekt des Ionenkanals in der Zellmembran der Samenzellen können bislang nur hochspezialisierte Institutionen nachweisen. Paare mit unerwünschtem Kinderwunsch, bei denen oberflächig gesehen alle Parameter in Ordnung sind und keine Erklärung für die Kinderlosigkeit gegeben ist, sollten die Untersuchung jedoch unbedingt in Erwägung ziehen. Ihnen kann dadurch möglicherweise eine langwierige und von viel Frust geprägte Therapie erspart werden!

In-vitro-Fertilisation oder Refertilisierungsoperation?

In Deutschland sind mittlerweile knapp 3 Prozent der Kinder mithilfe einer In-vitro-Fertilisationstechnologie (IVF) gezeugt wurden. Die Quote ist in anderen Ländern höher, in Dänemark sind es etwa 6 Prozent. Dies liegt daran, dass die Kostenerstattungspolitik in Dänemark den Patienten mehr entgegenkommt. Doch die IVF ist nicht immer die beste Methode, um den Kinderwunsch zu realisieren. Denn sie birgt gegenüber Refertilisierungsoperationen erhebliche Risiken und häufig kommt es auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Nachkommen. Durch funktionelle Veränderungen aufgrund epigenetischer Modifikationen kann es bei IVF-Kindern zum Beispiel zu einem erhöhten Risiko von organischen Fehlbindungen kommen, unter anderem werden kardiovaskuläre Veränderungen diskutiert. Dies verunsichert natürlich viele Paare.

Für In-vitro-Fertilisationen gibt es verschiedene Techniken, beispielsweise die Insemination und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Dazu kommen Techniken, bei denen das Ejakulat bzw. Embryonen frisch oder kryokonserviert, also nach Einfrieren in flüssigem Stickstoff, verwendet werden.

Risiko von kindlichen Fehlbildungen

Das Risiko von kindlichen Fehlbildungen nach einer IVF-Therapie konnte wissenschaftlich belegt werden. So betrug das Risiko einer kongenitalen (angeborenen) Fehlbildung bei IVF-Kindern gemäß einer Studie 1,33 (Qi, J.). In einer Metaanalyse, bei der die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen zu einem Thema zusammengefasst wurden, konnte außerdemgezeigt werden, dass chromosonale Veränderungen bei IVF-Kindern erhöht auftreten. Hier lag das Risiko bei 1,36 (Zheng, Z.). 

Angeborene Herzfehler, Frühgeburten und Mehrlingsschwangerschaften

Andere Studien verweisen auf Veränderungen im Zentralnervensystem (1,36) oder im Bewegungsapparat (Hoorsan, H.) Angeborene Herzfehler wiesen 1,3 Prozent der IVF-Kinder auf. Zum Vergleich: In einer Studie von Giorgione lag die Rate der Herzfehler bei Schwangerschaften, die auf natürliche Weise herbeigeführt wurden, bei 0,68 Prozent.

Doch es gibt auch Risiken bezüglich geburtshilflicher Aspekte. Gemäß einer groß angelegten Metaanalyse steigt das Risiko für eine Frühgeburt – per Definition vor der 37. Schwangerschaftswoche – mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,79. Auch das Risiko, dass IVF-Kinder ein niedriges Geburtsgewicht haben – per Definitionen liegt das unter 2500 Gramm – ist erhöht, die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt 1,89 (Hoorsan H). Übrigens sind Mehrlingsschwangerschaften, die häufiger bei IVF-Schwangerschaften auftreten, grundsätzlich als Risikoschwangerschaften einzustufen. Denn bei Mehrlingsschwangerschaften treten mehr Komplikationen für die Mutter als auch für die Kinder auf. 

Fehlbildungsrisiko nach einer ICSI

Vergleicht man die ICSI mit einer Insemination, wird eines deutlich: Bei ICSI-Kindern treten Fehlbildungen etwas häufiger auf. Und wie sieht es mit Funktionsstörungen von IVF-Kindern aus? Diese weisen einen leicht erhöhten Blutdruck auf, sowohl diastolisch als auch systolisch. Auch die Gefäße sind bei IVF-Kindern häufig dicker, was ein Hinweis auf eine kardiovaskuläre Erkrankung sein kann (Guo, Xy). Der Zuckerstoffwechsel (Glucosestoffwechsel), der eine große Rolle bei der Entwicklung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) spielt, ist ebenfalls teilweise leicht bedenklich. So liegt der Nüchtern-Insulinwert der IVF-Kinder teilweise signifikant höher als bei den spontan gezeugten Kindern (Guo, Xy). Überrascht hat die Wissenschaftler, dass auch die kognitive Entwicklung (z.B. mentale Retardierung) der ICSI-Kinder leicht eingeschränkt war. Und ihr Intelligenzquotient war im Durchschnitt 3 Punkte niedriger (Rumbold, AR). Unter anderem gab es auch epigenetische Veränderungen, allem Anschein nach in den Spermien der IVF-Jungs und im Reproduktionstrakt der Mädchen. Dies könnte daran liegen, dass bei den Eltern der IVF-Kindern eine eingeschränkte Fertilität vorlag, die möglicherweise an die Kinder weitergegeben wurde. Diese Frage ist noch nicht eindeutig geklärt!

Fazit: Die Analyse aktueller Studien offenbart einen Trend zu mehreren gesundheitlichen Risiken bei IVF-Kindern. Es zeichnet sich ab, dass genetische und epigenetische Faktoren der Eltern wie auch die IVF-Technik selbst einen negativen Einfluss auf die IVF-Kinder haben können. Aktuell reicht die wissenschaftliche Forschung jedoch nicht aus, um hier definitive Handlungsoptionen zur Reduzierung dieser Risiken abzuleiten. Resümierend lässt sich konstatieren, dass eine IVF nur dann durchgeführt werden sollte, wenn sich andere therapeutische Maßnahmen wie etwa eine Refertilisierungsoperation bei vasektomierten Männern nicht anbieten oder wenn eine Schwangerschaft anderweitig nicht herbeizuführen ist. In jedem Fall müssen weitere Daten erhoben werden und längerfristige wissenschaftliche Untersuchungen auf diesem Gebiet erfolgen. Da gibt es noch eine Menge zu tun!

Müssen Männer nach einer Refertilisierung besonders darauf achten, nicht am Zikavirus zu erkranken?

Eine Zikavirus-Erkrankung wirkt sich bei Kinderwunsch möglicherweise ungünstig aus. Das zeigen neue wissenschaftliche Daten. Gefährlich ist das Virus vor allem für schwangere Frauen. Ansteckungsgefahr für die Partnerin besteht bspw. über das Ejakulat des Mannes. Bei anschließender oder bereits bestehender Schwangerschaft kann es bei infizierten Frauen zu einer Fehlbildung des Embryos kommen. Ebenso kann eine Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel zu Mikrozephalie (Schädelfehlbildung des Embryos) führen.

Auch das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom kann Folge einer Ansteckung sein. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Nerven, die in Form einer Lähmung oder Sensibilitätsstörung an den Händen oder Füßen beginnt und sich dann immer weiter ausbreitet. Häufig treten auch Augenhintergrundveränderungen, ein erhöhter Muskeltonus und spastische Kontrakturen auf.

Wie infiziert sich der Mann?

Das Zika-Virus wird durch Mücken der Gattung Aedes übertragen. Aktuell breitet sich das Virus insbesondere in Mittel- und Südamerika aus. Aber auch andere Länder und Kontinente sind betroffen. Impfen lassen kann man sich gegen das Virus nicht. Eine Übertragungsquelle sind auch Sexualkontakte – sowohl vaginal, oral oder anal. Bei akut infizierten Männern lässt sich das Virus im Ejakulat nachweisen. Es ist aber auch über Körperflüssigkeiten übertragbar, bspw. über Spenderblut, Speichel oder Muttermilch.

Die entscheidende Frage ist, wie lange der Mann nach einer Infektion ansteckend ist. In den meisten Fällen ist die Ansteckungsgefahr innerhalb von 1 bis 2 Monaten vorbei – teilweise dauert sie auch mehr als ein halbes Jahr an.

Sofern ein Kinderwunsch besteht, sollten Paare Reisen in aktuelle Risikogebiete meiden. Wenn dies aus beruflichen Gründen nicht möglich erscheint, ist es ratsam, die Nachwuchsplanung mindestens um sechs Monate aufzuschieben. Während dieser Zeit ist es ratsam, „Safer Sex“ zu praktizieren und Kondome zu benutzen. Das gleiche gilt übrigens auch, wenn die Partnerin schon schwanger ist.

Um sich vor Mückenstichen in den Risikogebieten zu schützen, sind Moskitonetze und Mückensprays empfehlenswert. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass der Mann sein Ejakulat vor der Abreise konservieren lässt (Kryokonservierung). Wer sichergehen möchte, dass keine Infektion vorliegt, kann sein Blut, Urin oder Ejakulat untersuchen lassen. Einen serologischen Test sollte man bei aktivem Kinderwunsch ca. 4 Wochen nach der letzten Möglichkeit einer Ansteckungsgefahr durchführen.

 

Quellen

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