Elektromyographie - EMG bei Erektionsstörungen

Beim EMG werden die elektrischen Muskelaktivitäten gemessen.

In der Männergesundheit, insbesondere bei Fragen von Hormon-, Erektions- und Ejakulationsstörungen sollte immer auch ein Beckenboden-EMG erfolgen. Diese Untersuchung ermöglicht die Messung der Aktionspotenziale verschiedener Muskeln, die beispielsweise für die Erektionsfähigkeit bzw. für die Auslösung des Ejakulations-Reflexes zuständig sind. Sie gibt u.a. Aufschluss über Ursachen und Therapiemöglichkeiten der erektilen Dysfunktion. EMG ist die Abkürzung für Elektromyografie (manchmal gibt es auch eine andere Schreibweise: Elektromyographie). Kontakt

Warum ist die Beckenbodenmuskulatur für einen harten und lange erigierten Penis wichtig?

Stellen Sie sich bitte folgendes vor: Sie nehmen einen länglichen Luftballon und füllen diesen mit Wasser – ein perfektes Modell für einen erigierten Penis. In dieser Phase fließt in den Penis viel Blut und sammelt sich dort. Der Penis wird länger, größer und nimmt an Volumen zu, ist aber noch nicht ganz hart. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als „flazide“.

Zurück zum Luftballon. Umgreift man diesen mit einer Hand und drückt fest zu, passiert folgendes: Die Flüssigkeit wird unter dem Druck nach vorn zur Ballonspitze geleitet. Der Ballon wird dort härter und praller. So ähnlich kann man sich das auch mit der Erektionshärte vorstellen. Hier spielt noch ein anderer Faktor eine wichtige Rolle – die Beckenbodenmuskulatur.

Die maximale Kraftentwicklung des Beckenbodens hat einen erheblichen Einfluss darauf, welcher Druck in einem blutgefüllten Penis erzielt werden kann.

Mit einem Beckenboden-EMG lässt sich festzustellen, wie hoch der Grundtonus ist. Das bedeutet: Wie sehen die muskulären Aktivitäten aus, ohne dass der Beckenboden willentlich angesteuert wird? Und wie hoch ist die maximale Kraft, die der Beckenboden entwickeln kann?

Ein erhöhter Grundtonus kann dazu führen, dass während der sexuellen Erregung nicht genügend Blut in den Schwellkörper fließen kann. Dabei ist der Bluteinfluss während der sexuellen Erregung eine wichtige Voraussetzung für das Groß- und Hartwerden des Penis. Ein zu hoher Grundtonus in der Beckenbodenmuskulatur kann zur Folge haben, dass die Muskelstrukturen die Gefäße komprimieren (abdrücken). Dadurch gelangt zu wenig Blut in den Schwellkörper und der Penis kann keine richtige Erektion aufbauen.

Welche Ursachen kann ein erhöhter Grundtonus haben?

Viele unserer Patienten, die einen erhöhten Beckenbodentonus haben, berichten darüber, dass sie extrem viel Stress ausgesetzt sind – ob familiärer oder beruflicher Art. In jedem Fall stehen sie „unter Spannung". Und dieses Spannungsgefühl findet sich dann auch im Beckenboden wieder.

Aber auch chronische Erkrankungen oder Entzündungen im Körper können ein Stressfaktor sein und einen erhöhten Beckenboden-Grundtonus hervorrufen.

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach der Ursache für den erhöhten Grundtonus. Entspannungsübungen beim Physiotherapeuten können hilfreich sein, um den Grundtonus des Beckenbodens zu reduzieren. Natürlich macht es auch Sinn, die Stressfaktoren abzuschwächen oder ganz aus der Welt zu schaffen. Bei chronischen Erkrankungen ist es ratsam, diese zu therapieren, um dann den Beckenbodentonus zu reduzieren.

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