Hilfe aus dem Vakuum: Vakuumpumpen bei Erektionsstörungen

Eine mechanische Therapieoption, die häufig im Rahmen eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes zur Heilung von Impotenz eingesetzt wird, ist die Vakuumpumpe, die oftmals auch Penispumpe genannt wird. Aber natürlich kann eine Vakuumpumpe auch bei Männern, die unter Erektionsstörungen leiden - beispielsweise anstatt Potenzpillen - für den Geschlechtsverkehr verwendet werden. 

VakuumpumpeIn dem Fall wird nicht nur die Pumpe sondern auch ein Penisring – in der Regel ein Gummiring – verwendet. Dieser wird direkt vor bzw. bei der Penispumpen-Entfernung über die Peniswurzel gestreift, um zu verhindern, dass das Blut, welches zur Erektion führt, wieder aus dem Penis abfließt.

Die Wirkungsweise von Vakuumpumpen

Vakuumerektionshilfen sorgen für eine Erektion, indem der schlaffe, nicht-erigierte Penis in einen Glas- oder Plastikzylinder eingeführt wird. In diesem Zylinder entsteht durch Absaugen der Luft ein stimulierendes Vakuum. Dieses führt zu einem verstärkten Blutzufluss in die Schwellkörper und damit zu einer Erektion.

Ist der Penis ausreichend erigiert, wird an der Peniswurzel ein Tourniquet (zum Beispiel ein Gummiring) übergestreift. Dieser verhindert den Blutabfluss und ermöglicht einen befriedigenden Geschlechtsverkehr. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der Gummiring wieder abgenommen und der Penis erschlafft schließlich. Hinweis: Länger als etwa 30 Minuten sollte der Penisring normalerweise nicht getragen werden. Bitte unbedingt die entsprechenden Hinweise in der Packungsbeilage beachten.

Vakuumpumpen-Training zur Heilung von Impotenz

Neben der Verwendung der Vakuumpumpe als Erektionshilfe haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass mit einem Unterdruck-Training, dem sogenannten Schwellkörpertraining, in Kombination mit anderen Trainings-Methoden der Schwellkörper wiederaufgebaut werden kann. Dies ermöglicht es, wieder spontane und natürliche Erektionen aufzubauen.

Das Vakuumpumpen-Training nimmt mittlerweile einen immer größer werdenden Stellenwert als Baustein im therapeutischen Heilungs-Konzept ein. Zahlreiche Studien belegen, dass bei Männern, die aufgrund eines beckenchirurgischen Eingriffs impotent geworden sind, durch eine Therapie, die das Vakuumpumpen-Training mit einschließt, sehr positive und zufriedenstellende Resultate erreicht werden können.

Auch hier gilt das Prinzip – wie immer im Leben: Je früher das therapeutische Trainings aufgenommen wird, desto besser sind die kompletten Heilungschancen für den Mann.

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Die Anwendung: Wie man eine Vakuum-Penispumpe richtig benutzt

Die Anwendung einer Penispumpe ist in der Tat denkbar einfach. Normalerweise genügt ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung des jeweiligen Produktes.

Sie werden aufgrund der insuffizienten Erektion mithilfe der Vakuumpumpe eine Erektion aufbauen und diese für etwa zwei Minuten bei maximalem Unterdruck halten. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Schmerzgrenze nicht überschreiten, wenn Sie den maximalen Unterdruck erreicht haben. Danach lösen Sie den Unterdruck und bauen nach circa 15 Sekunden erneut eine Erektion auf, die Sie dann ebenfalls nach zwei Minuten wieder lösen. Das Procedere wiederholen Sie ungefähr zehnmal, das entspricht einem etwa 20-minütigen Training.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Genitalbereich vorab rasieren, da sich die Pumpe sonst nicht richtig festsaugen kann. Sollten Sie ein Gleitmittel verwenden, um die Reibung zu reduzieren, achten Sie bitte stets darauf, dass dieses wasserlöslich und leicht zu reinigen ist.

Achtung: Dieses Training ist essentiell für den Aufbau einer guten Infrastruktur des Penis – die wichtig ist, um gute Erektionen zu bekommen bzw. zu halten - und wird primär dafür eingesetzt.

Außerdem gibt es noch folgende Feinheiten zu beachten:

  1. Vor der Anwendung sollte das Penisgewebe aufgewärmt werden: Nutzen Sie dazu am besten warmes Wasser, einen heißen Wickel und/oder eine Massage.
  2. Geben Sie nun eine kleine Menge Gleitgel auf den Eingang der Silikon-Manschette.
  3. Stülpen Sie den Kolben über den schlaffen Penis und achten Sie darauf, dass keine Hodenhaut durch die Manschette rutscht.
  4. Drücken Sie anschließend den Kolben leicht gegen das Schambein und beginnen Sie dann Schritt für Schritt, das Vakuum aufzubauen.
  5. Steigern Sie den Unterdruck (vor allem als Anfänger) langsam und halten Sie ihn für wenige Minuten. Sie werden dann beobachten können, dass sich der Penis auch in denen von Ihnen gesteuerten Pausen weiter vergrößert.
  6. Pumpen Sie erst dann weiter, wenn der Penis nicht mehr größer wird.
  7. Betätigen Sie den Druckablass, ziehen Sie den Penis heraus und massieren sie diesen kurz, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen.
  8. Lassen Sie sich nicht entmutigen: Teilweise kann es Tage oder auch Wochen dauern, bis Sie den richtigen Dreh endlich raushaben. Sollte es bei den ersten Versuchen nicht so recht mit der Pumpe klappen, ist das bei weitem kein Grund zur Resignation. Bleiben Sie dran und geben Sie die Hoffnung nicht auf.

Anmerkung: Grundsätzlich können Sie nach dem Training oder außer der Reihe mit der Pumpe eine gute Erektion aufbauen und diese für den Geschlechtsverkehr nutzen. Dazu müssen Sie in Ihrem momentanen Stadium entsprechend den Penisring mit einsetzen. Dies wird in der Regel in dem der Packung beigefügten Material beschrieben undhatnichts mit dem besprochenem Training zu tun.

Weitere Fragen, die viele Männer interessieren

Kann eine Penispumpe gefährlich werden oder generell schädlich sein?

Generell schädlich ist der Einsatz einer Erektionspumpe nicht. Allerdings sollte der Mann bei der Anwendung intensiv auf seinen Körper hören: Treten Schmerzen auf, weil Sie möglicherweise zu schnell pumpen oder Hautteile mit in den Zylinder gezogen werden, oder fühlt sich die Anwendung in irgendeiner Weise unangenehm an, dann sollte mit dem Training unverzüglich aufgehört werden. Gefährlich kann es nur werden, wenn man es übertreibt oder gänzlich unsachgemäß mit der Pumpe umgeht.

Wie fühlt sich es sich an, eine Penispumpe zu verwenden?

Viele Anwender empfinden das Gefühl, ihren Penis aufzupumpen sowie dessen vergrößerten Zustand als sehr erregend. Zusammen mit der Partnerin oder dem Partner kann die Pumpe so einen Beitrag zu einer gesteigerten lustvollen Zweisamkeit leisten.

Aber es gibt auch Anwender, die darüber berichten, dass es ihnen schwer fällt solch eine Erektionshilfe überhaupt für einen Geschlechtsverkehr zu verwenden und in das sexuelle Vorspiel zu integrieren. Manche berichten auch darüber, dass sie oder der Sexualpartner den Eindruck hat, dass der Penis, nachdem der Penisring einige Minuten verwendet wurde, der Penis sich „kälter“ anfühlt. Das wird manchmal als unangenehm – für beide Seiten – empfunden.

Können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten?

Teilweise kommt es vor, dass der Samenerguss (Ejakulation) behindert wird. Die Samenflüssigkeit wird dann in die Blase umgeleitet. Einige Männer beklagen auch ein Kältegefühl in ihrem Penis, das kommt allerdings eher selten vor. Ansonsten sind Vakuumpumpen praktisch nebenwirkungsfrei, so dass selbst Hochbetagte dank der Vakuumpumpe noch zufriedenstellenden Sex erleben können.

Was spricht gegen die Anwendung einer Vakuumpumpe?

Männer, die zum Beispiel gerinnungshemmende Medikamente erhalten oder Diabetes haben, dürfen die Vakuumpumpen ebenfalls verwenden. Allerdings kann es bei zu starkem Unterdruck zu Blutergüssen kommen. Aus diesem Grund sollten diese Patienten zu pralle Erektionen möglichst vermeiden.

Ist die Verwendung einer Penispumpe unter Umständen auch peinlich?

Natürlich ist es für den Mann meistens etwas ungewohnt, auf ein solches Produkt zurückgreifen zu müssen. Ein klärendes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner über die bestehende erektile Dysfunktion und die angestrebte Lösung kann hilfreich sein, um möglicherweise peinliche Situationen aus der Welt zu schaffen und die Akzeptanz für die Pumpe zu erhöhen. 

Wer übernimmt die Kosten für die Vakuumpumpe?

Falls ein Arzt die Penispumpe verordnet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die für das medizinisch anerkannte Hilfsmittel anfallenden Kosten. Privatversicherte tun gut daran, eine etwaige Kostenübernahme mit ihrer Krankenkasse vorab abzuklären.

Wie findet man die jeweils passende Pumpe?

Die Auswahl der am Markt erhältlichen Vakuumpumpen ist zugegebenermaßen recht groß. Der behandelnde Arzt wird darüber Auskunft geben können, welchem Modell der Vorzug gegeben werden sollte. Sollten unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, ist der Arzt ebenfalls der beste Ansprechpartner.