Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland haben ein Recht auf verschiedene regelmäßige und größtenteils kostenlose Vorsorgeuntersuchungen, die schon am ersten Tag des Lebens, direkt nach der Geburt, beginnen. Das ist ein Luxus, um den die in der Bundesrepublik Lebenden von vielen Menschen anderer Länder beneidet werden. 

PSA Wert ErmittlungDie hiesigen Vorsorgeuntersuchungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf Krankheiten, die gut zu behandeln sind, sofern sie früh erkannt werden. Hierzu zählen in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumore, sie gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Obwohl die Krankheits- und Krebsfrüherkennung bereits seit den 1970er Jahren zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen gehören, sind die Frauen teilweise echte Vorsorgemuffel. Noch seltener als sie gehen Männer zu den Vorsorgeuntersuchungen. Anscheinend scheint es sich immer noch nicht herumgesprochen zu haben, dass Vorsorgeuntersuchungeneine wichtige Voraussetzung dafür sind, gesund zu bleiben. Denn je eher Ärzte eine Krankheit diagnostizieren oder aber ein Krankheitsrisiko feststellen, desto besser sind die Heilungschancen für die Patienten.

Übrigens: Welche Untersuchungen bezahlt werden und ab welchem Alter, entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Das ist ein Gremium, in dem unter anderem Mediziner und Krankenkassen vertreten sind. Sie entscheiden auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber, welche Leistungen die Kassen übernehmen.

Sprechen Sie uns an – Vorsorge vom Experten

Professor Dr. Sommer und sein Team sind weltweit anerkannte Experten auf dem Gebiet der Männergesundheit. Daher ist die von uns durchgeführte Vorsorge eine weitaus umfangreichere und spezifischere Diagnostik basierend auf dem neuestem Wissenschaftsstand. Grundsätzlich ist die Kostenabdeckung duch private Krankenversicherungen gegeben, die gesetzlichen Krankenkasse decken die Kosten nicht ab. In dem Fall ist diese individuelle Leistung eine reine Eigenleistung, die es allerdings jedem Mann wert sein sollte.

Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin zur Beratung und Vorsorgeuntersuchung. Sie erreichen uns über das Kontaktformular und telefonisch unter 040-22 63 84 58.

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Männer, geht zur Vorsorge - Vorsorgeuntersuchungen retten Leben

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind für einen Mann sinnvoll?

Brustuntersuchung beim Mann

Die gute Nachricht ist, dass sich ein Karzinom in der Brust (Brusttumor) beim Mann in einem verhältnismäßig frühen Stadium ertasten lässt. Daher ist es sinnvoll, die Brust regelmäßig untersuchen zu lassen. Karzinome zeigen sich in zumeist knotenartigen und schmerzlosen Verhärtungen. Veränderungen an der Brust treten häufig auch mit zunehmendem Alter und infolge der Anhäufung körperlichen Fettgewebes auf. Diese sind aber meist gutartig. Die gutartige Vergrößerung des Brustdrüsengewebes beim Mann nennt man auch Gynäkomastie.

Wie erfolgt nun die Untersuchung der Brust? Zunächst wird die männliche Brust sorgfältig abgetastet. Sind Knoten spür- oder sichtbar? Wie sieht die Brustwarze aus? Hat sich etwas an der Form geändert? Gibt es hier Einziehungen? Oder ist sogar ein Ausfluss zu erkennen? Ist dieser blutig, eitrig oder klar? Das alles darf differenzialdiagnostisch untersucht werden. Bei Männern, die regelmäßig Ausdauersport betreiben, können dauerhafte Entzündungen bis hin zur Verschorfung der Brustwarze auftreten. Hierbei handelt es sich meistens um eine mechanische Irritation, die durch die Bekleidung und Schweißbildung während der sportlichen Aktivität bedingt ist. Nachdem die Brust mit den Händen untersucht wurde (Palpation) und auch optisch inspiziert wurde, erfolgt im nächsten Schritt zusätzlich noch eine Ultraschalluntersuchung. Je nach Befund wird dann die weitere Diagnostik eingeleitet. Die Inzidenz, also die Anzahl der neu aufgetretenen Erkrankungen beim Brustkrebs, ist die am schnellsten wachsende Zahl (in Prozenten zum Vorjahr gesehen) bei Männern. Das ist leider vielen nicht bewusst. Umso wichtiger ist es, die Untersuchung der Brust regelmäßig durchführen zu lassen. 

Untersuchung der Hoden

Hodentumore, die man bei einer entsprechenden Untersuchung feststellen kann, sind zumeist heilbar. Daher ist eine Vorsorgeuntersuchung des Skrotalinhaltes so wichtig. Die bei jungen Männern (20. – 40. Lebensjahr) häufigste Tumorart fällt meistens durch eine Verhärtung im Hoden auf. Wichtig für die Diagnose ist das gründliche Abtasten des Hodens, und zwar durch medizinisch-geschultes Fachpersonal. Außerdem sollte eine Ultraschalluntersuchung der Hoden und deren Anhangsgebilde erfolgen. Hochauflösende Ultraschallapparate und spezielle farbkodierte Doppler-Duplexuntersuchungen können hier sehr sinnvoll sein. Tumormarker wie ß-HCG, AFP, pLAP oder LDH, die aus dem Blut gewonnen werden, bieten sich als sinnvolle Untersuchungsergänzungen an.

Zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung sollten Männer mindestens einmal pro Monat ihre Hoden abtasten. Sollten sie dabei Veränderungen bemerken, bitte sofort einen Arzt aufsuchen.

Untersuchung des Penis als Vorbote von Gefäßerkrankungen

Wussten Sie, dass sich anhand von speziellen sonographischen Untersuchungen, die unter anderem auch eine farbcodierte Doppler-Duplex-Sonographie beinhalten, erkennen lässt, ob ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall besteht? Sprechen Sie Ihren Arzt auf eine solche Vorsorgeuntersuchung an! Rechtzeitig und sorgfältig durchgeführt ist die Untersuchung ein wichtiger Baustein, um einen Herzinfarkt zu verhindern. Eine sinnvolle ergänzende Untersuchung ist auch die Abklärung des individuellen kardiovaskulären Risikos – im zeitlichen zukünftigen Verlauf – mittels der Bestimmung von weiteren wichtigen Parametern.

Abklärung des Kardiovaskulären Risikos

Zeitdruck, lange Arbeitszeiten, Stress, Bewegungsmangel und einseitige Ernährung: Das betrifft viele Menschen in unserer modernen Welt, oftmals nicht ohne Folgen für den Körper. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Krankheiten des Kreislaufsystems die Haupt-Todesursache in Deutschland sind. Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ist es möglich, Ihr individuelles kardiovaskuläres Risiko anhand von verschiedenen Parametern zu ermitteln. Hierzu sollte Ihr untersuchender Arzt spezifische Laborparameter im Blut, die familiäre Vorgeschichte, die Lebensweise und den Blutdruck berücksichtigen. Mittels der erhobenen Parameter und einer speziellen Gesundheits-Risikoformel lässt sich Ihr individuelles kardiovaskuläres Risiko bestimmen. Und mit Sicherheit wird Ihr Arzt Sie auch darüber aufklären, welche Gegenmaßnahmen angesagt sind, sollte Ihr kardiovaskuläres Risiko erhöht sein.

Testosteron, das Königshormon des Mannes

Hormone sind die Botenstoffe unseres Körpers und sie haben eine vielfältige Wirkung. Für den Mann ist gerade das Sexualhormon Testosteron von entscheidender Bedeutung. Nicht nur die Manneskraft (Potenz) ist vom Testosteron abhängig. Auch das körperliche und geistige Wohlbefinden wird von diesem Hormon in einem sehr hohen Maß beeinflusst.

Ein zu niedriger Testosteronwert kann über eine Blutentnahme festgestellt werden. Für einen zu niedrigen Testosteronwert (Hypogonadismus) kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Neben einem fallenden Testosteronwert im Alter (Altershypogonadimsus) gibt es auch andere Krankheiten, die den Testosteronwert beeinflussen (Welche??) und die gezielt behandelt werden sollten. Zudem kann Testosteron substituiert werden. Das sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt in aller Ruhe besprochen werden. Wichtig ist, dass nicht nur der Testosteronwert im Blut untersucht wird, sondern auch die Bestandteile, die das Testosteronmolekül davon abhalten, am Rezeptor der Körperzellen wirksam zu werden. Sprechen Sie Ihren Arzt in jedem Fall darauf an, dass diese Blut-Bestandteile mitbestimmt werden, inklusive einer ausführlichen Anamnese und der Verwendung von validierten Fragbögen.

Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom (mS) ist eine Kombination aus verschiedenen Krankheiten und Risikofaktoren. Das mS kann ein Vorbote einer bevorstehenden Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder auch einer bevorstehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Langzeitfolge ist insbesondere die Schädigung des Gefäßsystems. Anhand von spezifischen Parametern (Bauchumfang, speziellen Blutwerten) kann in einer Vorsorgeuntersuchung ein metabolisches Syndrom erkannt werden – Langzeitfolgen lassen sich somit durch eine individuelle Therapie verhindern.

Beckenbodenuntersuchung für die Männergesundheit

Der Beckenboden besteht aus einer Muskel- und Bindegewebsschicht. Häufig wird der Beckenboden zwar als „Frauenangelegenheit“ belächelt, dabei ist er auch für den Mann ausgesprochen wichtig. So sorgt der Beckenboden unter anderem für Potenz und Kontinenz! Ein spezielles Training des Beckenbodens wurde durch Jürgen Klinsmann 2004 salonfähig gemacht. Davor interessierte sich kaum ein Mann für diese Körperregion. Als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft brachte er neue Trainingserkenntnisse und Trainingsmethoden nach Deutschland, unter anderem ein spezielles Training für Core und Beckenregion.

Ein Drittel des männlichen Genitals befindet sich im Körper. Der intrakorporale Anteil des Penis wird von der Beckenbodenmuskulatur ringförmig umschlossen und sorgt für eine standfeste Erektion. Aufgrund dieser Tatsache und der Wichtigkeit für die Erektion sprechen manche Fachleute in diesem Zusammenhang auch vom „Potenzmuskel“. Hierbei gilt es besonders darauf zu achten, dass der Beckenboden/Potenzmuskel regelmäßig trainiert wird. Um einer Potenzschwäche als Resultat einer schwachen Beckenbodenmuskulatur zuvorzukommen, wird der Beckenboden im Rahmen unserer Vorsorgeuntersuchung über die Bestimmung der  Aktionsströme der Muskeln genauestens analysiert. Bei Bedarf kann so der Beckenboden über spezielles Training gefestigt und eine mögliche Erektionsstörung vermieden werden. Aber der Beckenboden des Mannes ist nicht nur für die Sexualität wichtig (u.a. wird auch die Ejakulationszeit beeinflusst, im Fachjargon als IELT bezeichnet), der Beckenboden hat auch einen positiven Einfluss auf das Wasserlösen (Urinieren, Pippimachen) und auf die gesamte Stabilität der männlichen Körpermitte. Es gibt also genug Gründe, warum der immer noch stark unterschätzen und vielfach vernachlässigten Beckenbodenregion des Mannes mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. 

Ausschluss eines Blasentumors

Ein Harnblasentumor kann gut- oder bösartig sein. Bei dem Harnblasenkarzinom handelt es sich um die vierthäufigste Krebserkrankung beim Mann. Rauchen oder der Kontakt mit Chemikalien (wie beispielsweise Nitrosaminen) erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Harnblasenkarzinom. Aber auch wenn man diesen Risikofaktoren nicht ausgesetzt war, sollte man bei der Vorsorgeuntersuchung testen lassen, ob die Blase in Ordnung ist. Das spezifische Symptom ist sichtbares Blut im Urin (Makrohämaturie) ohne Schmerzen. Ferner kann bereits eine kleine Menge Blut, das nicht mit dem bloßen Auge sichtbar ist, über einen Urintest detektiert werden (Mikrohämaturie). Weitere Informationen liefert eine Ultraschalluntersuchung. Sollte der Verdacht auf einen Harnblasentumor weiterhin bestehen, werden weitere spezifische Diagnostiken durchgeführt. Unser Rat: Eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung sollte immer auch einen Test zum Ausschluss eines Blasentumors beinhalten.

Ausschluss eines Prostatakarzinoms

Die Vorsteherdrüse (Prostata) produziert Samenflüssigkeit. Besteht eine bösartige Neubildung dieser Drüse, sprechen wir von einem Prostatakarzinom oder bösartigem Prostatatumor. Mit fast 50.000 Neuerkrankungen in Deutschland ist das Prostatakarzinom die häufigste Tumorerkrankung beim Mann. Nicht zuletzt durch eine gute Vorsorge mit einer frühzeitigen Diagnosestellung besteht eine sinkende Sterblichkeit (Mortalität). Durch ein sorgfältiges Abtasten der Prostata über den Enddarm können krebsverdächtige Verhärtungen detektiert werden. Dabei sollte sich Ihr untersuchender Arzt Zeit lassen, damit die Untersuchung so gründlich und angenehm wie möglich für Sie ist. Diese Untersuchung kann über die Bestimmung des PSA-Wertes aus dem Blut ergänzt werden. PSA, das Prostata-spezifische-Antigen, ist beim Karzinom, aber auch bei Entzündungen oder Prostatavergrößerungen erhöht. Die Bewertung sollte ausschließlich durch einen Experten erfolgen. Bei dringendem Verdacht auf ein Prostatakarzinom sollte gemäß neuster Leitlinien zunächst ein multiparametrisches MRT der Prostata erfolgen. Damit lässt sich die Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom und die Lokalisation bildmorphologisch ohne Strahlenbelastung angeben. Dieses erfolgt in der PIRADS-Klassifikation. Bei einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom (>PIRADS 3) sollte eine Probeentnahme (Biopsie) der Prostata erfolgen. Hierbei sollten mit Hilfe von MRT-Bildern gezielt sowohl Proben aus dem auffälligen Bereich, aber auch aus der gesamten Prostata entnommen werden. Nach der feingeweblichen Untersuchung kann eine exakte Diagnosestellung und ggf. die Einleitung einer weiteren Therapie erfolgen. Sinn einer Vorsorgeuntersuchung der Prostata beim Mann ist, dass ein möglicher Tumor bei Ihnen in einem „kleinem“ Stadium gefunden wird. Das erhöht die Chance, Sie durch entsprechende Maßnahmen zu heilen.

Die Nierenuntersuchung

Wie wichtig die Nieren sind, erfahren wir meistens erst, wenn diese ihre Funktion aufgegeben oder stark eingeschränkt haben. Die Nieren sind paarig angelegte Organe, die sowohl den Flüssigkeitshaushalt des Körpers als auch die Ausscheidung von Giftstoffen und anderen Stoffwechselendprodukten regeln. Ein Leben ohne Nieren ist nur mit einer aufwändigen und für die Patienten sehr belastenden Blutwäsche (Dialyse) möglich. Um Krankheiten und andere Ursachen, die zu einer Dialyse führen können, rechtzeitig zu erkennen, ist es wichtig, im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung die Nieren zu untersuchen. Die Untersuchung besteht normalerweise aus einer Analyse von Blutparametern und einer Sonographie (Ultraschall) der Nieren. Hierbei hat die Sonographie einen besonders hohen Stellenwert. Denn es können Steine, Harntransportstörungen oder auch bösartige Erkranken detektiert werden.

Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bezüglich Ihrer Vorsorge an. Und fragen Sie nach, welche Leistungen in dem angebotenen Männer-Check-Up enthalten sind.

Woran erkennen Sie ein gutes Vorsorge-Angebot? Diese Untersuchungen sollten durchgeführt werden (Mindestanforderung):

  • Brust-Untersuchung (ab dem 40. Lebensjahr)
  • Blutdruck-Messung (ab dem 35. Lebensjahr)
  • Hoden-Check (jedes Alter)
  • Prostatakarzinomvorsorge (ab dem 45. Lebensjahr oder bei familiärer Vorbelastung ab dem 40. Lebensjahr)
  • Tastuntersuchung des Enddarms (ab dem 50. Lebensjahr)

Die wichtigsten Kassenleistungen für Männer im Überblick

Männer zwischen 18 und 34 Jahren

Zwischen dem 18. und dem 34. Lebensjahr Jahren zahlen die Krankenkassen eine einmalige Gesundheitsuntersuchung. Dabei werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Anamnese mit Fragen zu eigenen Vorerkrankungen sowie zu Erkrankungen innerhalb der Familie. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Erkrankungen des Herzens, der Nieren oder Lunge sowie Krebs
  • Überprüfung des Impfstatus
  • Körperliche Untersuchung inklusive Blutdruck-Messung
  • Sofern Übergewicht, Bluthochdruck oder familiäre Vorerkrankungen vorliegen, werden auch die Blutfettwerte und der Nüchternblutzucker getestet
Männer ab 35 Jahren

Männern in diesem Alter 35 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen alle drei Jahre eine Gesundheitsuntersuchung, den sogenannten Gesundheits-Check-up. Dieser umfasst folgende Untersuchungen:

  • Erhebung der Anamnese (s.o.)
  • Überprüfung des Impfstatus
  • Körperliche Untersuchung einschließlich Messung des Blutdrucks
  • Untersuchung bestimmter Blutwerte (Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride) und des Nüchternblutzuckers
  • Untersuchung des Urins (Harnstreifentest mit Bestimmung von Eiweiß, Glukose, roten und weißen Blutkörperchen sowie Nitrit)
  • Teil der Vorsorge sind außerdem diejährliche Zahnuntersuchungund die Kariesprophylaxe. Außerdem sind Männer im Alter ab 35 Jahren gut damit beraten, alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening durchführen zu lassen. Diese Untersuchung erfolgt mittels Sichtkontrolle durch den Hausarzt, vorzugsweise durch den Dermatologen (Hautarzt).
  • Schutzimpfungen und Nachimpfungen werden entsprechend der jährlich neu erscheinenden Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) durchgeführt. Ab dem 60. Lebensjahr empfiehlt diese derzeit die Impfung gegen Pneumokokken sowie eine jährlich zu wiederholende Grippeschutzimpfung. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Dennoch sind vor allem die Männer Impfgegner!
Männer ab 45 Jahren

Für den Mann ab dem 45. Lebensjahr kommen zu den genannten regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen noch weitere hinzu. Im Zentrum der Untersuchungen steht dann vor allem die Krebsfrüherkennung. Denn mit zunehmendem Alter treten vergleichsweise häufig Darmkrebs und Prostatakrebs auf. Dazu besteht ein zunehmendes Risiko für Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere für Herzinfarkt und Schlaganfall. Folglich können Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich ihre Prostata untersuchen lassen. Die Prostatakarzinomvorsorgeumfasst die Inspektion des äußeren Genitals, die digital-rektale Tastuntersuchung der Prostata sowie das Abtasten der Leistenlymphknoten. Die Untersuchung führen Urologen durch.

Auch die Darmkrebsvorsorge, die ab dem 50. Lebensjahr durch die Kassen übernommen wird, sollten Männer sehr ernst nehmen. Bei der Untersuchung werden der Enddarm und das Rektum abgetastet. Zudem wird in diesem Alter jährlich eine Untersuchung auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl angeboten. Dazu wird ein immunologischer StuhltestiFOBT) durchgeführt. Und schließlich macht es Sinn, dass Männer ab 50 zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren durchführen lassen.

Gut zu wissen: Die meisten Tumoren treten nicht urplötzlich auf, sondern entwickeln sich meistens über Jahrzehnte hinweg. Männer zwischen 20 und 35 Jahren sind zum Beispiel besonders von Hodenkrebs gefährdet. Es gibt also gute Gründe, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen.

Selbstzahler-Leistungen (iGeL-Leistungen)

Über die Kassenleistungen hinaus gibt es noch viele weitere Vorsorgeuntersuchungen, für die die Kosten zumeist selbst übernommen werden müssen. Ob die privaten Krankenkassen die entstehenden Kosten tragen, muss individuell geklärt werden. Unter den vielen Angeboten sind nicht alle empfehlenswert. Folgende Zusatzangebote können jedoch Sinn machen, weil sie einen Mehrwert für die individuelle Vorsorge darstellen. Das zeigen Studien und die entsprechenden Empfehlungen der jeweiligen Fachgesellschaften. Zum erweiterten Gesundheits-Check-Up ab 35 gehören folgende Untersuchungen.

... beim Hausarzt

  • Ultraschalluntersuchung
  • zusätzliche Laboruntersuchungen, z.B. Tumormarker, Arteriosklerosefaktoren
  • Schilddrüsenwerte sowie Herz-Kreislauf-Check mit Belastungs-EKG
  • Lungenfunktion
  • Langzeit-Blutdruckmessung und Langzeit-EKG 

... beim Facharzt für Innere Medizin und Kardiologen 

  • In einigen Fällen kann ein Herz-Check ratsam sein. Dies betrifft hauptsächlich Männer, die keinen Sport treiben, funktionelle Herzbeschwerden haben, stark rauchen, übergewichtig oder permanent im Stress sind. Der Test umfasst unter anderem einen Ruhe- und Belastungs-EKG, eine Ultraschalluntersuchung mit Doppler- und Farbduplex-Sonographie des Herzens und der Herzklappen, eine Langzeit-Blutdruckmessung sowie ein Langzeit-EKG. Im Blut werden zusätzliche Stoffwechselparameter bestimmt.
  • Darüber hinaus gibt es für Männer ab 65 Jahren eine einmalige Vorsorgeuntersuchung für das Bauchaortenaneurysma. Und der sogenannte Knöchel-Arm-Index (ABI) dient zur Früherkennung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAV). Die Untersuchung wird insbesondere älteren Patienten,und Bluthochdruck-Patienten sowie bei chronisch erhöhten Blutfettwerten und/oder familiärem Risiko für Gefäßstörungen empfohlen. 

  • Der Schlaganfall-Checkist eine umfassende Untersuchung von Gefäßveränderungen und Gefäßerkrankungen wie etwa Arteriosklerose. Zur Untersuchung gehört eine Gesundheitsberatung mit dem Ziel, das individuelle Schlaganfallrisiko zu senken. Empfohlen wird diese Selbstzahlerleistung vor allem für Männer mit Dauerstress, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Übergewicht, Durchblutungsstörungen oder Bluthochdruck.

... beim Urologen

  • Zusatzuntersuchungen können aus fachärztlich-urologischer Sicht zur Verbesserung der Früherkennungsrate von urologischen Krebserkrankungen beitragen. Denn viele der Erkrankungen werden nicht rechtzeitig erkannt, weil die betroffenen Patienten lange Zeit beschwerdefrei sind. Zu den empfehlenswerten zusätzlichen Untersuchungen in der Urologie zählen:
  • die PSA-Wert-Bestimmung(PSA = Prostata spezifisches Antigen). Ein frühzeitig ermittelter Basis-Wert, insbesondere bei familiärer Vorbelastung, erleichtert die Beurteilung des PSA-Wertes im Verlauf des späteren Lebens.
  • Ultraschalluntersuchungdes Harntraktes
  • Urinuntersuchungauf krankhafte oder krankhaft veränderte Bestandteile. 

... beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt

  • Männer über 40 und Männer, die häufig Alkohol trinken, rauchen, unter Sodbrennen leiden und/oder entsprechend familiär vorbelastet sind, sollten an der HNO-Krebsvorsorge teilnehmen. Hintergrund: Tumoren des Mund-, Rachen- und Kehlkopfraumes gehören bei Männern zu den weltweit häufigsten Krebsarten.

... beim Augenarzt

  • Zu den Vorsorgeuntersuchungen, die ausnahmslos empfehlenswert sind, gehört die jährliche augenärztliche Kontrolle. Ab dem 60. Lebensjahr treffen Männer Vorsorge für eine etwaige Mauladegeneration oder ein Glaukom. 

HIV und STI 

Wenn Männer mit Männern Sex haben, sollten sie nicht nur Kondome nutzen, sondern sich unbedingt einer HPV-Impfung unterziehen. Dies gilt auch für HIV-Patienten. Die Impfung gegen Humane Papillomaviren schützt zuverlässig vor einer Infektion mit einigen der krebserregenden HPV-Stämme. Voraussetzung: Die Ansteckung mit diesen Viren ist nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt.

Die spezielle Diagnostik der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) – dazu gehören zum Beispiel HIV, Syphilis, Gonorrhoe („Tripper“), Hepatitis und Chlamydien – ist für alle Männer angeraten, die sexuell sehr aktiv sind, also nicht nur für Risikogruppen. Hintergrund: Kondome schützen nicht zu 100 Prozent. Je nach sexueller Praktik können Erreger auch über Hautkontakt oder eine Schmierinfektion übertragen werden. Besonders häufig geschieht dies, wenn Oral- oder Analverkehr bevorzugt werden.

Tipp: Der HIV-Test ist die einzige Möglichkeit, um herauszufinden, ob man HIV-positiv ist. Den HIV-Test gibt es anonymisiert und in der Regel kostenfrei beim ortsansässigen Gesundheitsamt und bei Aidshilfen. Auch Ärzte bieten den Test an.  Nach einer HIV-Übertragung muss einige Wochen gewartet werden, bevor der HIV-Test die Infektion sicher ausschließen kann. Dafür hat man dann aber Klarheit.

Sprechen Sie uns an – Vorsorge vom Experten

Peniskrebs 

Peniskrebs (Peniskarzinom) ist eine Krebsart, die meistens erst ab dem 60. Lebensjahr auftritt. Doch weil heutzutage HPV-Infektionen, die zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen gehören, auch schon junge Männer zwischen 16 und 18 befallen, können auch Peniskarzinome in wesentlich jüngeren Jahren auftreten. 30 oder 35-jährige Männern mit einem Peniskarzinom sind heute keine Seltenheit mehr! Zugegebenermaßen lieben viele Männer das Risiko. Geht es um Krebs, hört der Spaß jedoch auf.

Prostatakarzinom

Studien zeigen: Sind in der Familie bereits Männer erkrankt, steigt das Risiko, selbst ein Prostatakarzinom zu bekommen. Dabei gilt: Je jünger der betroffene Verwandte und je enger der Verwandtschaftsgrad ist, desto höher ist die Zahl der Männer mit einem Prostatakarzinom in der Familie: Das relative Risiko einer Erkrankung steigt also! Konkret: Hatten der Vater oder der Bruder ein Prostatakarzinom, ist das eigene Risiko etwa doppelt so hoch. Daher unser Ratschlag: Patienten mit familiär erhöhtem Risiko sollten ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Denn für Patienten mit aggressiven Verlaufsformen, die noch im organbegrenzten Stadium entdeckt werden können, birgt die Früherkennung eine Chance für einen rechtzeitigen Therapiebeginn. Patienten mit einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren können mit einem kurativen Ansatz behandelt werden.

Liebe Männer, ich weiß wir wiederholen uns hier zum Schluss, da es aber so wichtig ist: vergessen Sie bitte nicht: Vorsorge bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.