Penis Verbreiterungs-OP mit Acellular dermal Matrix: Zahlreiche Komplikationen sind möglich

Der Penis bereitet vielen Männern immer wieder Kopfzerbrechen – und zwar selbst dann, wenn das „beste Stück“ über eine völlig normale Länge verfügt und auch der Umfang den allgemeinen Durchschnittswerten entspricht. Einige Männer entschließen sich dazu, an den Maßen etwas zu ändern und chirurgisch „nachbessern“ zu lassen. Die Wahl fällt dann häufig auf eine Penis-Verbreiterungs-OP oder Penis-Umfangsoperation, die nach ihrer englischen Bezeichnung (penile girth enhancement ) auch abgekürzt als PGE-Operation bezeichnet wird.

Realistisch ist, dass der Umfang eines Penis durch einen solchen Eingriff etwa einen Zentimeter größer wird. Eine PGE-Operation ist allerdings auch mit mehreren möglichen Komplikationen verbunden. Deshalb sollte an erster Stelle immer eine intensive Beratung mit einem Arzt stehen, ob eine entsprechende OP tatsächlich in Angriff genommen werden sollte.

Was passiert bei einer PGE-Operation zur Penis-Verbreiterung?

Bei PGE-Operationen wird in den vergangenen Jahren immer häufiger eine Acellular dermale Matrix (ADM) verwendet. Dabei handelt es sich um eine Art Implantat, mit der der Penis-Umfang vergrößert werden kann. ADM wird aus der Verarbeitung von menschlichem oder tierischem Gewebe gewonnen.

Je nach der körperlichen Konstitution des Patienten, aber auch abhängig vom konkret geplanten OP-Verlauf, erfolgt der Eingriff meistens bei lokaler Anästhesie (zum Beispiel Spinalanästhesie). Unter bestimmten Umständen ist auch eine Vollnarkose möglich. 

Zur eigentlichen Vorgehensweise der Operation: Der Patient wird in Rückenlage positioniert, denn der Penis muss natürlich für den Operateur gut zugänglich sein. Um ein sogenanntes „peniles Degloving“ durchführen zu können, erfolgt zunächst eine zirkumferentiale subcoronale Inzision. Als Inzision wird allgemein ein operativer Einschnitt bezeichnet; zirkumferentiell bedeutet, dass nicht nur ein einzelner Schnitt erfolgt, sondern, dass rundherum etwas beschnitten wird. Bei der zirkumferentialen subcoronalen Inzision verlieren Männer, die noch ihre Vorhaut haben, eben diese. Bei einer PGE-Operation ist das in der Regel nicht zu vermeiden. Die Inzision wird allerdings nur durch die oberflächliche Haut und durch die sogenannte Colles-Faszie durchgeführt. Die sogenannte Bucksche-Faszie bleibt erhalten.

Was passiert beim penilen Degloving? 

Die zirkumferentiale subcoronale Inzision ermöglicht das penile Degloving. Beim penilen Degloving wird während der Operation die äußere Penishaut temporär einmal kurz in Richtung Penisbasis geschoben. Mittlerweile wurden ein bis zwei Lagen ADM vorbereitet. Die jeweilige Größe dieser ADM-Lagen wird individuell der Penisgröße des Patienten angepasst. Dann erfolgen verschiedene Inzisionen rund um den Penis; auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass es nach dem Eingriff zu einer Blutgefäßgeneration kommen kann.

Die modifizierten ADM-Lagen werden schließlich um den Penis herumgelegt, direkt von unterhalb der Eichel (wo die zirkumferentiale subcoronale Inzision erfolgte) bis zur kompletten Penisbasis, die ja durch das penile Degloving freigelegt worden ist. Die ADM-Lagen werden an der Bukschen-Faszie, die ja erhalten geblieben ist, mit 4-0-Vicryl-Fäden angenäht. Danach wird die gesamte Penishaut wieder rekonstruiert und ein Druckverband angelegt, um zu verhindern, dass es zu größeren Hämatomen oder Ödemen des Penis kommt. Meistens wird auch noch eine antibiotische Prophylaxe durchgeführt, um zu verhindern, dass Infekte entstehen. Diese Antibiotikagabe erfolgt bis zu einer Woche nach dem operativen Eingriff.

Sex-Verbot nach einer PGE-Operation

Bis man(n) sich an seinem dicker gewordenen Penis ausgiebig erfreuen kann, ist Geduld gefragt. In den ersten zwei Monaten nach einer PGE-Operation sollte auf sexuelle Aktivitäten komplett verzichtet werden. Der Penis braucht diese Zeit, um zu regenerieren und sich vom Eingriff zu erholen.

Die realistische Vermehrung des Penisumfangs beträgt bei einer PGE-Operation mit Einsatz von ADM zirka 1,1 Zentimeter.

Doch nun zu den vielen Schattenseiten eines solchen Eingriffs: In einer Studie von Tingmin Xu gaben 72 Prozent aller Patienten an, dass sich bei ihnen nach einer solchen OP diverse Komplikationen ergaben. Bei immerhin neun Prozent der Patienten musste das ADM-Transplantat sogar wieder entfernt werden.

OP zur Verbreiterung des Penis: Welche Komplikationen kann es geben?

Mehr als 60 Prozent der befragten Patienten erklärten, dass sie während der Erektion „unangenehme Gefühle“ hatten. Bei über 15 Prozent der Patienten verzögerte sich der Heilungsprozess so sehr, dass es teilweise zu Hauteinrissen kam. Die Hauteinrisse waren mitunter so stark, dass das Transplantat von außen sichtbar wurde. Etwa 13 Prozent der Patienten waren enttäuscht darüber, dass die Dicke des Penis nicht so signifikant zugenommen hatte wie erhofft.

Das Hämatom am Penis nahm bei mehr als zehn Prozent der Patienten größere Dimensionen an als allgemein zu erwarten war. Bei fast vier Prozent der Patienten trat eine sogenannte Hautnekrose auf; das bedeutet, dass im operierten Bereich teilweise die Haut abgestorben ist. Trotz Antibiotikagabe kam es bei über fünf Prozent Patienten zu einer Wundinfektion.

Die vielleicht bemerkenswerteste Zahl aus der Studie von Tingmin Xu ist aber diese: 90 Prozent der Patienten sagten nach dem operativen Eingriff, dass sie eine solche OP nie wieder machen würden.

Schauen wir uns die grundsätzlichen Komplikationen einmal etwas näher an: Falls die Vorhaut nicht entfernt wird, kann es zu einem Vorhautödem kommen. Aus diesem Grund wird bei einer PGE-Operation mit ADM die Vorhaut eigentlich routinemäßig entfernt. Eine Vorhautschwellung kommt zustande, weil der Lymphabfluss verhindert wird. Das kann im ungünstigsten Fall bis zu einem Harnverhalt führen, je nachdem, wie groß die Schwellung ist. 

Nicht selten kommt es auch zu Blutergüssen. Mit Hilfe einer äußeren Kompression sollte in diesem Fall verhindert werden, dass der Bluterguss zu groß wird. Dass es oftmals zu einem verzögerten Heilungsprozess kommt, liegt an den „Spannungen“ rund um die Wunde. Dadurch kann an diesen Stellen einer Reduktion der Blutversorgung und damit auch von Sauerstoff erfolgen. Ohne ausreichend „Nahrung“ für den operierten Bereich ist dort aber kein Heilungsprozess möglich. Dementsprechend kann es zu Einrissen in der Haut kommen, was sehr unangenehm für die Patienten ist. 

Wenn die Blutversorgung nicht mehr richtig funktioniert, können auch  Nekrosen auftreten; konkret: penile Hautnekrosen. Bei einer Nekrose sterben Zellen ab, und zwar aufgrund schädlicher Einflüsse von außen. Je nach Zustand des Gewebes können die Zellen nachwachsen – oder aber auch nicht. Wichtig für eine ausreichende Blutversorgung des Penis ist vor allem das kapillare Netzwerk, welches von der Bauchwand zum Penis geht. Wenn es hier jedoch im Zuge einer PGE-Operation zu Schädigungen gekommen ist, müssen manchmal sogar Hauttransplantationen vorgenommen werden, weil die durch die Nekrose abgestorbenen Zellen eben nicht wieder nachwachsen können. Eine weitere, aber ebenfalls aufwändige Möglichkeit ist es, Schwenklappen zur Therapie einzusetzen. Dies erfordert allerdings erneut einen größeren operativen Eingriff.

Häufig kommt es nach einer PGE-Operation zu Infektionen. Staphylococcus aureus und Escherichia coli sind die beiden Bakterientypen, die in diesem Zusammenhang genannt werden müssen. Ursache ist oft der Urin, der nach dem operativen Eingriff kontaminiert ist und die Wunde beim Urinieren entsprechend mit infiziert. Aber auch nächtliche Erektionen können Hautspannungen hervorrufen, die dann wiederum den Bakterien bessere Möglichkeiten geben, sich auszubreiten und den wunden Bereich zu infizieren.

Doch selbst wenn rein medizinisch bei der Operation alles komplikationsfrei gelungen zu sein scheint: Viele Patienten berichten, dass es – nach den zwei Monaten Enthaltsamkeit – zu gehörigen Unannehmlichkeiten bei der Erektion kommt. Tatsache ist, dass der Penis weniger mobil ist, wenn er über ein ADM-Transplantat verfügt. Kurzum: Das „beste Stück“ mag dann zwar dicker sein und auch optisch mehr hermachen – aber ein erfüllteres Sexleben muss das noch lange nicht bedeuten. Ganz im Gegenteil. Es gibt viele Patienten, die sich nach einer gewissen Zeit die ADM-Transplantate wieder entfernen lassen -  auch das geht aber natürlich nur wieder mit einer aufwändigen Operation.

Das Fazit ist somit etwas ernüchternd: Viele Männer sind nach einer PGE-Operation mit ADM sehr unzufrieden. Auch deshalb ist ein beratendes Gespräch mit einem Arzt so wichtig, um genau abzuwägen, ob ein solcher Eingriff vorgenommen werden sollte.

Quelle: Complications and Management of Penile Girth Enhancement with Acellular Dermal Matrix Tingmin Xu MD; Guoxi Zhang Prof; Wenjun Bai Prof; Qing Li Prof; Anpu Yang PhD; Qiushi Lin PhD; Tao Xu Prof; Xiaowei Zhang Prof FIRST PUBLISHED: October 24, 2019 – The Journal of Sexual Medici

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