Was genau passiert bei einer Beschneidung?

Unterschieden wird zwischen zwei Arten von Beschneidung. Bei der vollständigen Beschneidung wird die Vorhaut vollständig entfernt, so dass die Eichel anschließend komplett frei liegt. Bei der unvollständigen Beschneidung (auch plastische Beschneidung genannt) bleibt noch ein Teil der Eichel bedeckt.

Welche von beiden Methoden im Einzelfall zu empfehlen ist, kann nur ein Arzt nach eingehender Untersuchung entscheiden. Grundsätzlich wird die unvollständige Beschneidung vor allem bei Kindern durchgeführt. Wenn ein entsprechender Eingriff erst im Erwachsenenalter erforderlich wird, fällt die Wahl meistens auf die vollständige Beschneidung. 

Welche Vorteile bringt eine Beschneidung?

Vor allem in Deutschland sehen viele Menschen in einer Beschneidung noch immer in erster Linie ein religiöses Ritual von Muslimen. Doch es gibt auch sehr wohl medizinische Gründe, aus denen sich manche Männer ganz bewusst für eine komplette oder zumindest teilweise Entfernung ihrer Vorhaut entscheiden.

 Zunächst einmal lässt sich grundsätzlich feststellen, dass sich ein Penis ohne Vorhaut sehr viel einfacher reinigen lässt. Und die Penis-Hygiene wiederum hat direkte Auswirkungen auf mögliche Erkrankungen.

Allen voran wird mit der Vorhaut das Risiko beseitigt, dass sich sogenannter Vorhauttalg (Smegma, umgangssprachlich auch „Eichelkäse“) bilden kann. Dabei handelt es sich um eine gelbliche Substanz, die sich praktisch regelmäßig aus dem Talg der Vorhautdrüsen bildet; zu diesem gefährlichen Gemisch kommen häufig auch noch Urin- und Spermareste. Wenn dieses Smegma nicht regelmäßig – am besten täglich – entfernt wird, befördert das die Ansiedlung von Bakterien und Viren unter der Vorhaut. Die Folge sind dann sehr häufig Entzündungen an der Eichel (Balanitis) oder in der Harnröhre. All das kann verhindert werden, wenn die Eichel gar nicht mehr von einer Vorhaut umhüllt wird. Übrigens: Mit Hilfe einer Beschneidung kann auch das Risiko gesenkt werden, dass beim ungeschützten Sex eine Geschlechtskrankheit übertragen wird.

Oft bestehen die medizinischen Gründe für eine Beschneidung auch darin, dass die Vorhaut beim Sex Probleme bereitet. So zieht sich bei manchen Männern die Vorhaut nicht oder nur teilweise zurück, wenn ihr Penis versteift. Dies kann sehr schmerzhaft sein – und durch eine Entfernung der Vorhaut vermieden werden.

Ist eine Beschneidung gefährlich?

Eine von einem Arzt durchgeführte Beschneidung gilt heute als Routineeingriff, für den oft eine örtliche Narkose ausreicht und der deshalb auch meistens ambulant erfolgen kann. Als zumindest vorübergehende Nebenwirkungen können kleinere Nachblutungen, Schwellungen oder auch allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden. Die in den ersten Tagen nach dem Eingriff mitunter auftretenden Schmerzen können in der Regel medikamentös gut behandelt werden. Nach etwa zwei Wochen, so der Erfahrungswert, ist der Heilungsprozess abgeschlossen.