Hodenkrebs – Früherkennung rettet Leben

Hodenkrebs ist in der Altersgruppe 20 bis 25 Jahre der häufigste Krebs des Mannes. In Deutschland rechnet man zur Zeit mit ca. 2.600 Neuerkrankungen jährlich.

Schleife

Es handelt sich dabei um eine besonders bösartige und schnellwachsende Krebsart. Über die genauen Entstehungsursachen gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Ein bekannter Risikofaktor ist allerdings der Hodenhochstand, der so genannte Leistenhoden. Hierbei ist das Risiko, einen Hodenkrebs zu entwickeln, um das 15- bis 30-fache erhöht.

Es gibt verschiedene Arten von Hodenkrebs, die sich in ihrem Wachstumsverhalten und ihrer Bösartigkeit wesentlich unterscheiden.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Erkrankung erfolgt durch die Untersuchung des Hodens. Dabei findet sich eine deutliche Vergrößerung im Hodensack. Nur selten bestehen Schmerzen. Manchmal liegt eine begleitende Nebenhodenentzündung vor. Einige Tumore verursachen Veränderungen bestimmter Blutwerte (Tumormarker).

Im Zweifel muss bei einer Vergrößerung des Hodens immer eine Freilegung durch eine Operation erfolgen. Je nach Art des Hodenkrebses kann es sich um eine sehr bösartige Erkrankung handeln, die rasch Tochtergeschwülste (Metastasen) in die Lymphdrüsen des hinteren Bauchraums (Retroperitoneum) und in die Lunge setzt.

Stärkere Schmerzen treten meist erst sehr spät auf. Bei rechtzeitiger Diagnose gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Der befallene Hoden wird durch einen Leistenschnitt entfernt und genau untersucht. Nach der Operation folgen technische Untersuchungen mittels Röntgen, Ultraschall und Computertomographie zur Klärung, ob bereits Tochtergeschwülste vorliegen. Je nach Tumorart und Ausbreitungsstadium muss eine Bestrahlung oder Chemotherapie erfolgen.  

Hodenkrebs lässt sich bei früher Diagnose sehr gut behandeln. Je früher eine Behandlung eingeleitet wird, desto höher sind die Chancen auf Heilung. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Frühstadien über 90 Prozent.

Was ist zu tun?

Eine spezielle Vorbeugung gegen Hodenkrebs gibt es nicht. Jeder Mann sollte einmal monatlich seine Hoden selbst abtasten! Entscheidend für die Behandlung und Prognose ist das sofortige Aufsuchen eines Arztes bei einer tastbaren Vergrößerung des Hodens.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle gängigen Vorsorgeuntersuchungen beim Mann, die häufig auch von den Krankenkassen getragen werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung, welche Kosten in welchem Umfang übernommen werden.

Wie hängen Hodenkrebs und Unfruchtbarkeit zusammen?

Männer, bei denen eine Unfruchtbarkeit (Infertilität) festgestellt wurde, sollten sich umgehend auch auf einen möglichen Hodenkrebs untersuchen lassen. Ein Zusammenhang ist zumindest nicht auszuschließen.

Wer fruchtbar ist und an Hodenkrebs erkrankt, sollte – zumindest in noch jüngeren Lebensjahren - mit seinem Arzt über mögliche Folgen einer Behandlung sprechen. Die Entfernung eines Hodens bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass der Patient anschließend nicht mehr in der Lage ist, Kinder zu zeugen. Allerdings kann die Fruchtbarkeit abnehmen, wenn für die Spermienproduktion nur noch ein voll funktionsfähiger Hoden statt ursprünglich zweien zur Verfügung steht. Als weitere Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit gelten zudem Behandlungsmethoden wie Bestrahlung oder Chemotherapie.

Wer sich einer umfangreichen Hodenkrebs-Therapie unterzieht, seine Familienplanung aber noch nicht abgeschlossen hat, für den kann eine Sperma-Kryokonservierung eine Option sein. Hierbei werden während einer kurzen OP Spermien aus dem Hoden entnommen und konserviert beziehungsweise eingefroren. So wird die Möglichkeit aufrechterhalten, dass sich ein möglicher Kinderwunsch noch zu einem späteren Zeitpunkt mittels künstlicher Befruchtung einer weiblichen Eizelle erfüllen lässt.

Hodenkrebs und Sex

Wenn ein Hoden entfernt werden muss, besteht in Sachen Potenz - im Gegensatz zur Fruchtbarkeit – grundsätzlich keine Gefahr, dass sie darunter leidet. Allerdings ist bei Operationen in diesem Bereich des Körpers immer die Gefahr vorhanden, dass Nerven verletzt werden und es dadurch zu Schädigungen der Potenz oder der Fähigkeit zur Ejakulation (Samenerguss) kommen kann.

Nicht unterschätzt werden sollten allerdings die psychischen Folgen einer Hodenentfernung. Für manche Männer kann es hilfreich sein, sich eine Hodenprothese einsetzen zu lassen, um dadurch zumindest das Gefühl einer körperlichen Vollwertigkeit zu haben. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der jeweilige Partner. Sollte sich dieser eher an einem solchen Fremdkörper, der meist aus Silikon besteht, stören, kann es sinnvoller sein, auf eine Prothese zu verzichten.