Medikamentöse Therapie von Erektionsstörungen

Wer an die Therapie von Erektionsstörungen denkt, hat in der Regel als erstes die sogenannten „Potenzpillen“ im Kopf. Das Ausstellen eines Rezeptes führt in der Regel nicht zu einer Heilung und verhilft bei weitem nicht jedem Mann zu einer Erektion.

Viagra

Viagra®: Der Siegeszug der blauen „Wunderpille"

Immer mehr Männer greifen bei Erektionsproblemen zu Viagra®, dem seit Jahren bekanntesten Potenzmittel der Welt. Viagra® enthält den Wirkstoff Sildenafil, der zur Gruppe der PDE-5-Hemmer gehört (auch PDE-5-Inhibitoren genannt). Auf den Markt kam die blaue „Wunderpille" im Jahr 1998 durch das das Pharmaunternehmen Pfizer.

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind Sildenafil-haltige Arzneimittel verschreibungspflichtig. In Deutschland hatte die Firma Pfizer bis zum 22. Juni 2013 mit Viagra® – und dementsprechend natürlich mit dem Wirkstoff Sildenafil – einen patentrechtlichen Schutz: Daher durfte nur Pfizer Sildenafil auf den Markt bringen. Mittlerweile produzieren mehr als 30 Unternehmen im deutschsprachigen Raum Tabletten, die Sildenafil enthalten. Mit der Einführung der Generika sind die Preise für das Potenzmittel stark gesunken. Die Umsätze hingegen sind in einigen Ländern auf das Doppelte angestiegen.

Eine wissenschaftliche Studie von Prof. Dr. Sommer belegt, dass Männer mit Erektionsstörungen am liebsten eine Tablette einnehmen, um dann wieder eine gute Erektion zu haben. So einfach ist das aber nicht. Bevor zu Potenzmitteln gegriffen wird, muss der betroffene Mann sich beim Arzt vorstellen. Dies hat unter anderem folgende Gründe:

  • Potenzmittel haben verschiedenste Nebenwirkungen, wie z. B. Kopfschmerzen, Probleme beim Einatmen durch die Nase bis hin zum Herzrasen, über die der Patient aufgeklärt werden muss.
  • Ein Facharzt muss prüfen, ob ggfs. Wechselwirkungen vorliegen zwischen den Potenzmitteln und anderen Medikamenten, die der Mann einnimmt.
  • Der Facharzt sollte vorher unbedingt eine umfassende Diagnose durchführen, um zu prüfen, ob eine unbehandelte Grunderkrankung Grund für die Erektionsstörung ist.
  • Abhängig von der Diagnose des Arztes wird die wirkungsvollste Therapie festgelegt. Es gibt z. B. Fälle, in denen andere Therapieoptionen sehr viel effektiver und nachhaltiger sind als die reine Behandlung mit einem Potenzmittel.

Wenn der Spezialist nach einer umfangreichen Diagnostik der Meinung ist, dass Tabletten zur Therapie beitragen, sollten diese nur aus der Apotheke oder aus seriösen Internet-Apotheken bezogen werden.

Vorsicht vor Viagra®- bzw. Sildenafil-Fälschungen

Wichtig ist (und daran erkennt man eine seriöse Apotheke), dass die sogenannten Potenzmittel nur bei Vorlage eines Rezeptes ausgehändigt werden. Eigene Untersuchungen haben ergeben, dass rezeptfrei verkaufte Potenzmittel in über 80 % der Fälle Medikamentenfälschungen sind. Darüber hinaus ist bei den rezeptfreien Medikamenten in mehr als 70% der Fälle nicht der Wirkstoff enthalten ist, der auf der Packung steht. Zudem zeigten sich in einem Großteil der untersuchten Tabletten schädliche Stoffe für den Mann, beispielsweise Schwermetall-Verunreinigungen. Hier ist höchste Vorsicht geboten.

Gefährden Sie nicht Ihre Gesundheit, um ein paar Euro zu sparen. Am Ende ist der Schaden, den Sie sich hierdurch zufügen, wesentlich größer und langfristig teurer.

Patentschutz von Cialis ausgelaufen

Am 15. November 2017 gab es erfreuliche Nachrichten für Männer, die Cialis (Tadalafil) verwenden: Der Patentschutz ist ausgelaufen. Dadurch ist es nun möglich, die günstigeren Generika zu erwerben.

Tadalafil ist ein PDE-5 Inhibitor (auch PDE-5 Hemmer, Phosphodiesterase Inhibitor Typ 5 oder Phosphodiesterase-V-Hemmergenannt).Cialis, das in Deutschland nur auf Rezept erhältlich ist, wird auch als Wochenendpille ("Weekend-Pill") bezeichnet. Die Bezeichnung kam zustande, weil Cialis als verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit einer Halbwertszeit von 17,5 Stunden sehr langsam im Körper abgebaut wird. Die Folge: Männer, die das Medikament am Freitagabend einnehmen, spüren teilweise sogar noch am Montagmorgen die Wirkung. Einem vergnüglichen Wochenende steht somit nichts im Weg! 

Generika müssen in der gleichen Dosierung angeboten werden wie das ursprüngliche Produkt. Cialis gibt es in der Dosierung 5 mg, 10 mg und 20 mg. Am häufigsten ist die Dosis 20 mg als Generikum erhältlich. Bei der Dosierung von 5 mg Tadalafil ist der Preisunterschied nicht so extrem wie bei 20 mg, die Kostenersparnis beträgt allerdings immer noch um die 35 Prozent.

Wirbel um Viagra

Viagra – allein der Name zeigt schon Wirkung, Als die Potenzpille 1998 auf den Markt kam, gab es einen großen Wirbel. Millionen, wenn nicht Milliarden Männer weltweit griffen zu. Mit der Einführung von Viagra begann aber auch eine neue Ära in der Sexualmedizin. Viele wissenschaftliche Studien wurden durchgeführt. Deren Ergebnisse haben dazu geführt, dass wir in punkto Männergesundheit schon sehr weit vorangekommen sind.

Große Freude hat die berühmte blaue Pille auch dem Hersteller Pfizer beschert. Er konnte Milliardengeschäfte verbuchen. Nach Ablauf des Patentschutzes hier in Deutschland im Jahre 2013 ist ein Preiskampf um den rezeptpflichtigen Wirkstoff Sildenafil entfacht. Ursprünglich hat eine Tablette Viagra 50 mg ca. 10,30 Euro gekostet. Die Nachahmerprodukte werden zu unterschiedlichen Preisen angeboten (siehe Tabelle), daher lohnt ein Preisvergleich. Grundsätzlich sind die Generika jedoch wesentlich preiswerter als das Originalpräparat, da die Hersteller keine Entwicklungskosten einkalkulieren müssen. Das Generikum Sildenafil ist wie Viagra in der Originaldosierung 25 mg, 50 mg und 100 mg verfügbar. Auch hier gibt es verschiedenen Packungsgrößen.

Welche Tabletten sind am effektivsten?

Die pharmazeutische Industrie bietet eine Vielzahl verschiedener Tabletten an. Wir wollen hier die effektivste Substanzgruppe vorstellen, deren Wirksamkeit in unzähligen Studien nachgewiesen wurde:

Die weitverbreitetsten Potenzmittel sind die PDE-5-Inhibitoren (auch PDE-5-Hemmer genannt). Die bekanntesten Präparate sind Viagra®, Cialis® und Levitra®. Die erfreuliche Nachricht für die Patienten ist, dass der Patentschutz von Viagra® mit dem Wirkstoff  Sildenafil am 23. Juni 2013 ausgelaufen ist und damit Sildenafil von vielen weiteren Firmen angeboten wird. Dies hat dazu geführt, dass die Preise der Potenzmittel stark gesenkt worden sind. Seit April 2014 ist auch noch Spedra® auf dem deutschen Markt erhältlich. Spedra® hat nach unserer Erfahrung gegenüber den bekannten drei PDP-5- Hemmern keinen Vorteil für die Patienten gebracht.

 

Gratis MP3 Programm

Audioprogramm „Der beste Sex Deines Lebens“ kostenlos erhalten

Guter Sex und sexuelle Leistungsfähigkeit beginnen im Kopf. Das Hören des Programms steigert auf einfache und entspannte Art Ihre sexuelle Leistungsfähigkeit und Ihren Spaß am Sex.

Was ist bei der Einnahme oraler Potenzmittel zu beachten?

Ob Viagra (R Sildenafil), Levitra (F Vardenafil) oder Cialis (R Tadadafil): Bevor man mit der medikamentösen Therapie beginnt, sollte man beim Arzt unbedingt die Ursachen der Sexualitätsstörungen abklären lassen.

Wichtig: Nicht alle Medikamente sind für jeden Mann geeignet, auch wenn sie indiziert wären. So dürfen zum Beispiel Männer, die wegen ihrer Herz-Kreislauf-Medikation Nitrate zu sich nehmen müssen, sogenannte PDE-5-Inhibitoren (Phosphodiesterase-5-Hemmer) nicht einnehmen. „Hände weg“ gilt auch für Männer, die vor kurzem einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.

Eine Kontraindikation besteht auch bei Männern mit instabiler Angina pectoris. Symptome einer Angina pectoris sind Brustenge und plötzlich auftretende Schmerzen in der Herzgegend.

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder krankhaft verändertem niedrigen Blutdruck sollten die oralen Potenzmittel ebenfalls nicht einnehmen. Selbiges gilt auch für Patienten mit Rhythmusstörungen oder zu geringen Kaliumwerten.

Wirkungsweise von PDH-5-Inhibitoren

Zuallererst: PDE-5-Inhibitoren sind keine Aphrodisiaka. Das heißt, sie stimulieren nicht das Sexualzentrum des Gehirns und führen von selbst zu einer Erregung. Dies ist ein weitverbreitetes Vorurteil. Vielmehr wirkt der in der Tablette enthaltene Wirkstoff in erster Linie als durchblutungsfördernde Substanz. Das heißt, durch PDE-5-Inhibitoren werden keine sexuellen Phantasien oder die Libido des Mannes stimuliert. Die PDE-5-Inhibitoren helfen lediglich bei der Umsetzung des Wunsches nach sexueller Vereinigung. Ist also ein sexueller Impuls (dieser ist nervenabhängig) vorhanden, unterstützt die Tablette den gesamten weiteren biochemischen Ablauf der Erektion. Nimmt der Mann hingegen keine sexuellen Reize wahr, kommt es nicht zu Erektion.

Die versteifende Wirkung von PDE-5-Inhibitoren auf den Penis ist einem kleinen Molekül zu verdanken - dem Stickstoffmonoxid, das für eine Weitstellung von kleinen Gefäßen im Penis sorgt und dadurch zu einer besseren Füllung der Schwellkörper mit Blut führt. Mehr Blutzufluss bei gleichzeitig geschlossenen Abflussventilen bedeutet eine stärkere und anhaltendere Erektion.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen die auftreten können, gehören Kopfschmerzen, das Gefühl einer verstopften Nase, manchmal auch kurzfristiges bläuliches Sehen, ein Wärmegefühl im Halsbereich oder ein Druckgefühl in der Magenregion. In sehr seltenen Fällen können auch muskuläre Beschwerden, etwa Rückenschmerzen, auftreten.

Neue Studienergebnisse

Brandaktuelle Studien haben ergeben, dass sich bei etwa 40 bis 50% der Patienten bei der Einnahme sogenannter PDE-5-Inhibitoren keinerlei Erfolg zeigt. Diese müssen daher auf andere therapeutische Maßnahmen zurückgreifen. Lesen Sie hier mehr zu weiteren therapeutischen Maßnahmen bei Erektionsstörungen >

Für interessiertere Leser die etwas detailliertere Darstellung des Wirkmechanismus der PDE-5-Inhibitoren:

Der Wirkstoff der Tablette greift in den Stickstoffhaushalt der Schwellkörperzellen ein und blockiert die Wirkung eines "Erektionsverhinderers": Die PDE-5-Inhibitoren hemmen das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE 5). PDE 5 ist der Gegenspieler zur erektionsfördernden Substanz cGMP (Cyclo-Guanosinmonophosphat), einem Produkt des NO-Stoffwechsels, das die feinen Muskelfaserzellen in den Schwellkörpern "entspannt", so dass das Blut leichter fließen kann. Bei Männern mit Erektionsstörungen ist das Gleichgewicht zwischen erektionsfördernden und erektionsverhindernden Substanzen aus der Balance geraten. PDE 5 - und verwandte Enzyme - bauen das cGMP wieder ab, noch bevor überhaupt eine Erektion erfolgen konnte. Dadurch, dass die PDE-5-Inhibitoren diese PDE 5-Wirkung hemmen, kann das erektionsfördernde cGMP länger wirken, d.h. der Penis richtet sich auf und bleibt länger erigiert. Entscheidend ist, dass diese Wirkung der PDE-5-Inhibitoren gezielt und gut steuerbar erfolgt.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie als Alternative zu PDE-5-Hemmern

Es kommt immer wieder vor, dass Männer mit Potenzproblemen nicht auf PDE-5-Hemmer ansprechen. Außerdem kann es passieren, dass Männer die PDE-5-Hemmer nicht vertragen oder dass Kontraindikationen zu befürchten sind. Doch es gibt Alternativen – zum Beispiel die niedrigenergetische extrakorporale Stoßwellentherapie LESWT (Low Energy Shock Wave Therapy). Diese verspricht verbesserte Erektionen ganz ohne Medikamente.

Wie das funktioniert? Der Penis wird gestreckt und an mehreren Punkten am Schaft mit Stoßwellen von rund 100 bar „geschockt“. Dies soll zur Bildung neuer Blutgefäße und Endothelzellen und damit zum Ende der erektilen Dysfunktion (ED) führen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Prozedur ein- bis zweimal die Woche erfolgt, und zwar über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten!

Die durchgeführten wissenschaftlichen Studien mit überwiegend negativen Resultaten hatten einen eher kleinen Anteil an kardiovaskulären Patienten. Daraus ergibt sich, dass diese vielleicht eher von einer LESWT profitieren. Eines steht jedoch fest: Es ist davon auszugehen, dass die Methode an Bedeutung gewinnen wird. Völlig unklar hingegen ist, wie oft, wie lange, wie intensiv und mit welchem Gerät die Therapie erfolgen sollte. Derzeit sind etwa sieben Hersteller am Markt, wobei deren Geräte zur LESWT alle sehr unterschiedlich sind.