Wissenswertes


Männer sind öfter krank als Frauen

Die Lebenserwartung des "starken Geschlechts" liegt statistisch gesehen mehr als 5 Jahre unter der von Frauen. Ende 2010 gab es den ersten Männergesundheitsbericht - fast 10 Jahre nach dem Bericht zur Frauengesundheit. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stellte den Bericht mit namhaften Wissenschaftlern, u.a. auch dem Institut für Männergesundheit, auf einer Pressekonferenz vor. Wir konnten zeigen, dass Männer unter vielen Krankheiten deutlich häufiger und in deutlich jüngeren Jahren leiden als Frauen. Internationale Daten belegen, dass es mit der Gesundheit des Mannes ab dem 40. Lebensjahr "Berg ab" geht. Dies konnte auch für Deutschland gezeigt werden. Nicht nur Hormone spielen eine große Rolle, sondern auch die Fettleibigkeit und das Herzinfarktrisiko! Hier ist die Schuld nicht nur in den Genen zu suchen. Das Resümee des ersten Deutschen Männergesundheitsberichtes ist: Männer müssen sich mehr um Ihre Gesundheit kümmern. Weg von der Reparaturmedizin - hin zur Prävention!

Zum Männergesundheitsbericht


Wie groß sollte ein Penis sein?

Fast jeder Mann hat sich schon einmal gefragt ob sein Penis groß genug ist. Etwa die Hälfte aller Männer sind unzufrieden mit ihrer Penislänge, doch haben Studien gezeigt, dass die meisten Männer die sich wegen eines zu kurzen oder zu dünnen Penis an einen Arzt wenden und eine Therapie möchten, eine normale Penislänge haben. Doch welcher Penis ist normal? Zahlreiche Studien haben diese Fragestellung untersucht und konnten zeigen, dass ein durchschnittlicher Penis zwischen 8,6-10,7cm im unerigierten und 12,9-16cm im erigierten Zustand misst. Ein Penis kleiner als 5cm im unerigierten Zustand wird medizinisch als zu klein erachtet. Die meisten Penisse haben im unerigierten Zustand einen Umfang zwischen 8,5-10cm und etwa 12,2-13,5cm im erigierten Zustand.

Der deutsche Durchschnittpenis misst etwa 14cm im erigierten Zustand. Ist ein Penis wirklich zu klein oder zu dünn so stehen verschiedene therapeutische Möglichkeiten von hormonellen über physikalische Therapien bis zur operativen Vergrößerung und/oder Verbreiterung des Penis zur Verfügung. Hier ist eine sorgfältige Untersuchung des Patienten und auch seiner Potenz sehr wichtig und eine gute und umfassende Aufklärung über die möglichen Therapien mit den damit verbundenen Auswirkungen. Viele plastische Chirurgen bieten heutzutage eine Penisvergrößerung an ohne den Patienten über seine Potenz zu befragen und den Patienten über die Funktionalität der Penisvergrößerung zu informieren, denn hier haben Studien gezeigt, dass nur ausgewählte und wenige Therapiemöglichkeiten auch eine gute Sexualität und Belastbarkeit sowie Potenz des Penis gewährleisten. Derzeit entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der dermatologischen Klinik hier am UKE ein Verfahren um den Penis durch köpereigenes Material zu vergrößern und dabei aber auch eine gute Potenz und Stabilität sowie Belastbarkeit des Penis zu gewährleisten.

Schwellkörperimplantation ist eine Kassenleistung

Die Implantation eines Schwellkörperimplantats ist seit etwa 70 Jahren eine erfolgreiche und sichere Methode, wenn die Medikamente zur Behandlung der Potenzstörung keine Wirkung mehr zeigen.

Die Schwellkörperimplantate, die aus Silikonzylindern bestehen, werden in die Schwellkörper des Penis eingesetzt und bei Bedarf, wenn der Patient eine Erektion haben möchte, wird Flüssigkeit aus einem Reservoir mit wenigen Handgriffen in die Zylinder gepumpt. Dadurch wird der Penis hart. Das Orgasmusgefühl und auch das Gefühl am Penis als solches bleiben durch diesen Eingriff unverändert. Der Eingriff ist für andere Menschen z.B. im Schwimmbad oder aber auch wenn die Männer entkleidet sind, nicht ersichtlich, da es lediglich einen kleinen Schnitt am Hodensack gibt, der von außen kaum sichtbar ist. Muss die Prothese aus irgendwelchen Gründen entfernt werden, kann die Impotenz nur durch eine neue Prothese behandelt werden, da dieser Eingriff nicht mehr rückgängig zu machen ist. Daher kommt eine Prothese erst dann in Betracht, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten versagt haben und wird von den gesetzlichen wie auch privaten Krankenkassen übernommen.

Das Paar und Sexualität

Mehr als 80% aller Männer und Frauen empfinden Sexualität als sehr wichtigen bzw wichtigen Bestandteil der Partnerschaft.

Dabei ist sexuelle Aktivität keine Frage des Alters. Sowohl Frauen als auch Männer sind bis in das hohe Alter sexuell aktiv. Eine Umfrage an 2341 Männer und Frauen im Alter von 18-93 Jahren der Universität Leipzig im Jahr 2007 [1] zeigte, dass mehr als 95% aller untersuchten Frauen im Alter von 18-50 Jahren sexuell aktiv waren. Aber auch 63% der 61-70-jährigen Frauen und immerhin 1/3 der Frauen über 70 Jahre waren sexuell aktiv. Für Frauen ist es wichtig, dass sie in einer festen Partnerschaft leben, damit sie auch im höheren Alter noch sexuell aktiv sind.

ZUM RATGEBER

Vorzeitiger Samenerguss: Wann ist er krankhaft und sollte behandelt werden?

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox, vorzeitige Ejakulation) ist das häufigste Problem bei Männern im sexuellen Bereich. 20-30% der deutschen Männer im Alter von 18-59 Jahren leiden unter vorzeitigem Samenerguss während des Geschlechtsverkehrs. Der Mann ist bei dieser Störung nicht in der Lage, den Zeitpunkt der Ejakulation beim Geschlechtsverkehr selbst zu steuern. Vielfältige Mechanismen, körperliche wie psychische, können zur vorzeitigen Ejakulation führen. Vor einer Therapie müssen daher zunächst die Ursachen ergründet werden. Zwei hauptsächliche Methoden helfen bei der Diagnosestellung: Die Bestimmung der Zeit von der Erregung bis zum Samenerguss sowie die Biothesiometrie. Beim Ersten wird die sogenannte intravaginale ejakulatorische Latenzzeit (IELT, d.h. intravaginal ejaculatory latency time) gemessen. Wissenschaftlich betrachtet leidet ein Mann an vorzeitigem Samenerguss, wenn er vor dem Eindringen oder nach weniger als 1-2 Minuten in der Scheide seiner Partnerin zum Samenerguss kommt. Das ist unter dem Durchschnitt.

In einer Studie konnten wir zeigen, dass die durchschnittliche Zeit des Geschlechtsverkehrs in Deutschland 3,8 bis 5,9 Minuten dauert. Das zweite Diagnoseverfahren bestimmt die Sensibilität des äu§eren Genitals (Geschlechtsteile), da bei betroffenen Patienten häufig eine erhöhte Empfindlichkeit des Penis gegenüber Berührungen und Temperatur vorliegt. Man wendet dabei die Biothesiometrie an, die die Sensibilität gegenüber Vibrationen, Kälte und Wärme ermittelt. Erst mit Vorliegen der Diagnose kann die geeignete Therapie in die Wege geleitet werden. Neben oralen Medikamenten, die die Botenstoffe im Gehirn verändern, gibt es vielfältige, ganz individuell auf den Mann zugeschnittene Möglichkeiten, den vorzeitigen Samenerguss zu verzögern.

Gibt es eine Brustvergrößerung beim Mann? Gynäkomastie, was ist das? Und kann mich das auch betreffen?

An der Brustdrüse des Mannes können sich Veränderungen ergeben, die Symptome für eine Reihe von Erkrankungen sein können. Die Vergrößerung wird als Gynäkomastie bezeichnet und ist meist beidseitig ausgeprägt. Bei Erwachsenen haben 30 - 40 % der Männer eine Brustvergrößerung, im höheren Alter steigt der Anteil auf ca. 50 %. Im Erwachsenenalter sollte eine Brustvergrößerung ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen können hormonelle Fehlfunktionen, lokale Faktoren, eine Reihe von Allgemeinerkrankungen und zahlreiche Medikamente sein. Auch Drogen wie Alkohol, Heroin und Marihuana können eine männliche Brustvergrößerung bedingen.

Im Allgemeinen wird die Gynäkomastie behandelt, indem zugrunde liegende Erkrankungen angegangen und verursachende Medikamente – wenn möglich – abgesetzt werden. Die wichtigste Krankheit, welche bei einer meist einseitigen Gynäkomastie ausgeschlossen werden sollte, ist ein Tumor. Auch wenn nur ca. 1 % aller Brusttumoren auf Männer entfallen, ist Vorsicht geboten – die Zahlen steigen hier in Deutschland jedes Jahr an! Immer mehr Männer sind von einem Brusttumor befallen. Es stehen verschiedene Diagnoseverfahren wie körperliche Untersuchung, Ultraschall und Blutuntersuchungen im Vordergrund bis hin zur Gewebeentnahme mit einer feinen dünnen Nadel. Das tut nicht weh! Am Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung orientiert sich dann die weitere Therapie. Falls kein krankhafter Befund vorliegt, ist es für viele Männer ein kosmetisches Problem, welches heute ohne Schwierigkeiten operativ behoben werden kann.

Führt Motorradfahren wirklich zu Erektionsstörungen?

Es ist längst bekannt, dass sich bei „untrainierten Fahrradfahrern“, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen, das Risiko, Erektionsstörungen zu bekommen, erhöht. Das liegt überwiegend daran, dass der vom Fahrradsattel ausgeübte Druck die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Penis vermindert. Dabei kommt es langfristig zu Umbauprozessen im Penis, so dass dieser auf sexuelle Stimulation nicht mehr auf die gewohnte Weise ausreichend reagieren kann. Fahrradfahrer, die durchschnittlich über 6 Stunden in der Woche auf dem Sattel verbringen und dieses schon seit mehreren Jahren tun, klagen daher häufiger über Erektionsstörungen als andere Sportler, wie beispielsweise Schwimmer.

Da der Sattel eine entscheidende Rolle spielt, stellte sich die Frage, ob bei Motorradfahrern das gleiche Symptom auftritt. Erstaunlicherweise konnte man sehen, dass Motorradfahrer ab dem 35. Lebensjahr häufiger von Erektionsstörungen betroffen sind (als die Kontrollgruppe). Ganz entscheidend muss man darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Motorräder gibt. Dementsprechend nehmen die Fahrer auch unterschiedliche Haltungen beim Fahren ein. Wer auf seiner Harley am Wochenende fährt, um die Natur zu genießen, scheint ein geringeres Risiko zu haben als Hobby-Cross-Fahrer. In jedem Fall gilt: Wenn Erektionsstörungen auftreten, sollte man so früh wie möglich seinen Arzt aufsuchen.

"Wenn die Wünschelrute des Männerherzens Alarm schlägt"

Männer haben ein deutlich höheres Herzinfarktrisiko als Frauen – in jedem Lebensalter. Bei Männern zwischen 45 und 64 Jahren ist außerdem die Gefahr, am plötzlichen Herztod zu sterben, dreimal so hoch wie bei Frauen. Genauso komplex wie die Ursachen sind die Ansätze von Prävention und Behandlung. Der Penis hat viel mit der Erkennung des Risikos, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu bekommen, zu tun. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Penis eine Art Seismograf für drohende Herz- und Gefäßerkrankungen darstellt.

Anhand einer exotisch klingenden Untersuchung, der „penilen Doppler-Duplex-Sonographie“, kann die Durchblutung im Schwellkörper gemessen werden. Ist diese im stimulierten Zustand verringert, weiß man, dass es sich um einen potentiellen Infarktkandidaten handelt. Deshalb nennt man den Penis auch „die Wünschelrute des Herzens“. Mit dieser Untersuchung kann man Leben retten. Der Mann hat oft schon Erektionsprobleme in einem Stadium, in dem sich noch keinerlei Herzinfarkt-Symptome zeigen. Infarktgefährdete können so in einem noch symptomfreien Frühstadium identifiziert werden.

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