Sexualität und sportliche Leistungsfähigkeit

Hat sexuelle Aktivität einen Einfluss auf das persönliche Workout bzw. auf die sportliche Performance? „Ja“, sagen die einen. „Nein“, sagen die anderen. Rund um dieses Thema gab es schon viele heiße Diskussionen und Debatten. 

Einige männliche Athleten haben das Gefühl, dass Sex vor dem Sport einen Nachteil im Training oder Wettkampf bedeutet. Sie bleiben daher abstinent – in der Hoffnung, dass die „sexuelle Frustration“ sie aggressiver und ausdauernder macht. Der Boxer Mohamed Ali beispielsweise glaubte, dass er mindestens 6 Wochen vor einem Kampf sexuell abstinent leben müsse, um im Ring alles geben zu können.

Ganz anderer Meinung ist da der amerikanische Footballplayer Joe Namath. Er berichtet, viel Sex vor einem wichtigen Spiel zu haben. Nur dadurch könne er seine maximale Leistungsfähigkeit im Spiel erbringen. Andere regelmäßig sexuell aktive Sportler haben festgestellt, dass der Sex vor einem sportlichen Ereignis sie entspannter und fokussierter macht. Sie könnten sich besser konzentrieren, da es keinerlei Ablenkung gebe.

Die Sicht der Wissenschaft

Die Sicht der Wissenschaft: Heute geht man davon aus, dass Sex vor einem Workout normalerweise keinen Effekt auf das Energielevel oder die Kraft des Mannes hat. Allerdings konnte noch nicht herausgefunden werden, welche Rolle der Testosteronlevel spielt. Denn offen ist, was mit dem Testosteron des Mannes passiert, wenn er abstinent oder sexuell aktiv ist. Wird der Level niedriger oder höher?

Fraglich ist auch, ob eine sexuelle Aktivität ein paar Stunden vor dem Wettkampf möglicherweise dazu führt, dass die Herzfrequenz negativ beeinflusst wird und es eine längere Zeit dauert, bis sich diese wieder bei körperlicher Anstrengung stabilisiert. Eine mögliche Folge: Athleten, zum Beispiel Fußballer, zeigen schneller Ermüdungsanzeichen.

Weltweit einzigartig: Die Studien von Prof. Sommer

Unter der Leitung von Professor Frank Sommer hat es Studien gegeben, in der die Einflüsse von sexueller Aktivität auf die verschiedenen Sportarten untersucht wurden. Darin konnte gezeigt werden, dass es etwa beim Boxen oder Taekwondo und bei allen anderen Kampfsportarten negativ war, wenn die Männer wenige Stunden vor dem Wettkampf einen Orgasmus hatten. Ihre Konzentrationsfähigkeit und Aggressivität litten. Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei den Untersuchungen mit Leichtathleten, vor allem mit Sprintern. Hier konnte Prof. Sommer zeigen, dass Leichtathleten in den Schnellkraftsportarten wie Sprint oder Kugelstoßen 36 Stunden vor einem Wettkampf sexuell abstinent sein sollten, wenn sie maximal leistungsfähig sein wollen.

Sehr positiv wirkte sich sexuelle Aktivität kurz vor einem Wettkampf hingegen bei den Konzentrationssportarten wie Bogen- oder Pistolenschießen aus. Hier konnten die Leistungssportler nach sexueller Aktivität bessere Leistungen erzielen.

Eine gesunde Ernährung und Schlaf sind für Sportler unerlässlich

In internationalen Studien wurde folgendes herausgefunden: Es sind eher die mit einer sexuellen Aktivität verbunden Umstände, die dazu führen, dass die athletische Leistung negativ beeinflusst wird. Wenn beispielsweise der Athlet sehr lange aufbleibt oder feiert, bekommt er meistens nicht genügend Schlaf. Natürlich kann auch Alkoholkonsum einen negativen Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit haben. Der Sportler hat weniger Energie und kann sich nicht so gut konzentrieren.

Unter dem Strich lässt sich jedoch sagen, dass die grundsätzlich positiven gesundheitlichen Aspekte wie genügend Schlaf und eine sinnvolle Ernährung auf jeden Fall auch einen positiven Effekt auf die athletische Performance haben.

Sex macht die Beine schlapp?

Dieser Mythos, der aus der Antike stammt, ist mittlerweile widerlegt. Trotzdem verbieten manche Trainer ihren Sportlern vor wichtigen Ereignissen jeglichen sexuellen Kontakt. Bundestrainer Berti Vogts beispielsweise verbannte bei der WM 1994 die Frauen aus dem Trainingslager: Deutschland scheiterte im Viertelfinale.

Die Studien von Prof. Sommer haben gezeigt, dass eine sexuelle Abstinenz von 48 Stunden vor dem Spiel bei Fußballern absolut ausreichend ist, damit diese eine maximale Leistung erbringen können. Eine längere sexuelle Abstinenz könnte sich sogar negativ auf das Spiel auswirken!

Sportler, die die 48 Stunden nicht einhalten, könnten Einschränkungen in der Ausdauerleistungsfähigkeit haben. Weitere Studienergebnisse: Einen intimer Verkehr 36 Stunden vor dem Duell kann zu einer Verschlechterung in der Sprintschnelligkeit führen. Und Sex 4 Stunden vor dem Spiel kann einen Abfall der Zweikampfstärke zur Folge haben.

 

Gratis MP3 Programm

Audioprogramm „Der beste Sex Deines Lebens“ kostenlos erhalten

Guter Sex und sexuelle Leistungsfähigkeit beginnen im Kopf. Das Hören des Programms steigert auf einfache und entspannte Art Ihre sexuelle Leistungsfähigkeit und Ihren Spaß am Sex.

Gibt es Sportarten, die nachweislich die Lust auf Sex steigern?

Grundsätzlich gilt: Alle Sportarten, die zu einer erhöhten Ausschüttung von Testosteron führen, führen auch zu einer Verbesserung der Libido. Sie machen also Lust auf Sex. Im Prinzip handelt es sich hierbei vor allem kurze und intensive Sportarten und Trainingseinheiten – sei es das intensive Krafttraining im Fitness-Center oder Sprinttraining von 40 Minuten. Aber auch Intervallläufe im Wald führen zumeist zu einer Erhöhung des Testosteronwertes.

Macht Krafttraining Lust auf Sex?

Männer treiben ja gern Kraftsport. Und der ist, sofern er mit exakten, kurzen Intervallen und dem Eigengewicht arbeitet, super für die Synthese rezeptoraktiven Testosterons. Das gilt auch für ein ausgewogenes Ganzkörpertraining.

Wie verhält es sich mit Yoga und Pilates?

Bewegungsarten, die auf Entspannung abzielen, sorgen auch für eine Steigerung der Lust. Denn dann kommen die Kuschelhormone Serotonin und Oxytocin ins Spiel. Außerdem wirken Yoga und Pilates stark auf den Beckenboden, sie sorgen für eine stärkere Durchblutung und ein besseres Körpergefühl – und damit für eine Steigerung der Libido.

Ab wann ist Sport zu viel des Guten?

Wir haben sehr viele Studien gemacht – bei Marathonläufern, Triathleten oder Ausdauersportlern wie Radrennfahrern. Dabei hat sich gezeigt, dass bei diesen teilweise sehr gut durchtrainierten Sportlern die vom Kopf her gesteuerte Hormonproduktion durch die extreme Ausdauerbelastung geschädigt wird. Dadurch kommt es dazu, dass der Testosteronwert, das Königshormon für die Lust auf Sex, reduziert ist. Extrem lange Ausdauereinheiten über Wochen und Monate sind daher tunlichst zu vermeiden, zumindest wenn der Sportler auch im Bett „seinen Mann“ stehen will!

Besteht ein Zusammenhang zwischen Sport und Impotenz?

Die gute Nachricht: Wer sich regelmäßig drei bis vier Stunden in der Woche körperlich bewegt – und dabei spielt die Sportart primär erstmal keine große Rolle – hat ein geringeres Risiko für eine Erektionsstörung als eine „Couchpotatoe“.

Andererseits gibt es Sportarten, bei denen ein sogenannter perinealer Druck ausgeübt wird. Dieser dazu führt, dass Blutgefäße oder Nerven, die zum Penis führen, „abgedrückt" werden – was wiederum eine häufige Ursache für Erektionsstörungen ist. Mehr zum Thema Fahrradfahren und Impotenz >

Lässt sich mit Sex die sportliche Leistungsfähigkeit steigern?

Diese Frage ist teilweise zu bejahen. Kurze intensive sexuelle Aktivitäten können häufig zu einem Anstieg des Testosteronwertes führen. Dadurch wird der ganze (anabole) Aufbauprozess verbessert und die Regenerationsfähigkeit nach stärkeren körperlichen Aktivitäten positiv beeinflusst. Diesbzüglich steckt die Wissenschaft aber noch in den Anfängen. Es gibt nur Tendenzen, die dieses aufzeigen. 

Übungen zur Verbesserungen der Sexualität und des Hormonhaushaltes finden Sie hier