Männerschnupfen: Was hat es damit auf sich?

Von wegen starkes Geschlecht! Wenn Erkältung oder Grippe angesagt sind, machen Männer gern mal schlapp.

Dabei ist Männerschnupfen eine ungefährliche vorübergehende Erkrankung und nicht zu vergleichen mit einer lebensbedrohlichen Tumorerkrankung oder Erektionsstörung, die mitunter sehr an der Männlichkeit kratzen. Wohl aber stellt der Männerschnupfen für viele Betroffene eine Gelegenheit dar, zu leiden, sich zurückzuziehen und Mitleid sowie Fürsorge von der Partnerin oder dem Partner einzufordern. Dabei fällt das vielen Männern ja eigentlich eher schwer.

Werden Männer leichter und auch stärker von Erkältungs- und Grippeviren angegriffen als Frauen?

Wer sich mit dieser Frage beschäftigt, landet wohlmöglich bei Prof. Dr. Beatrix Grubeck-Loebenstein. Die Immunologin von der Universität Innsbruck untersucht seit Jahren, wie sich die Immunsysteme von Frauen und Männern unterscheiden. Grob vereinfacht kommt sie zu dem Schluss, dass Männer durch die Unterschiede in der Immunantwort häufiger krank werden als Frauen. Damit unterstützen ihre Ergebnisse all jene Männer, die sich bei einer Erkältung oder Grippe nicht ernstgenommen fühlen.

Es stimmt also, dass Männer bedingt durch die Unterschiede in der Immunabwehr häufiger erkranken. Dringen Krankheitserreger in den Körper ein, werden diese durch körpereigene Immunzellen bekämpft. Das können spezifische oder unspezifische Immunzellen sein.

Das weibliche Hormon Östrogen unterstützt die Vermehrung der spezifischen Immunzellen. Daher reagiert das weibliche Immunsystem schneller und aggressiver auf Krankheitserreger. Eine Theorie, warum das so ist: Schon in der Steinzeit war es wichtig, dass das Immunsystem der Frauen das ungeborene bzw. neugeborene Kind besonders schützte. Frauen in der Menopause haben übrigens nicht mehr so hohe Östrogenwerte, daher ist ihr Immunsystem nicht mehr so schlagkräftig.

Exkurs: Der genetische Unterschied

Allem Anschein nach spielt aber auch der genetische Unterschied von Männern und Frauen eine Rolle. Frauen sind genetisch XX und Männer XY. Schaut man sich das Y-Chromosom einmal genauer an, dann sieht es so aus, als ob dem X ein „Beinchen“ ausgerissen wurde. Auf diesem Beinchen sind jedoch viele Prozesse kodiert, die antioxidativ (den Organismus vor oxidativem Stress schützend)oder antiinflammatorisch (entzündungshemmend) sind. In dieser Hinsicht ist der Mann gegenüber der Frau genetisch benachteiligt.

Klingt zunächst einmal simpel, muss jedoch differenziert werden. Denn ein Testosteronmangel supprimiert (unterdrückt) das Immunsystem und vermindert die antibakterielle Aktivität. In einer Studie hat man überprüft, mit welcher Art von Infektion Männer ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Ergebnis: Am häufigsten kamen Infektionserkrankungen im Bereich der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts vor. Dabei war die Hospitalisierungsrate mit dem Testosteronspiegel signifikant assoziiert. Männer mit einem niedrigen Testosteronspiegel waren verstärkt betroffen, außerdem war ihre Sterblichkeitsrate signifikant erhöht!

Erklärung: Testosteron, das Königshormon des Mannes, kann entzündlichen Prozessen entgegenwirken. Beispielsweise leiden Männer deutlich seltener an entzündlichen und allergischen Erkrankungen als Frauen. Rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte oder Asthma trifft mehrheitlich das weibliche Geschlecht! Während Testosteron somit entzündungshemmend ist, ist Östradiol entzündungsfördernd. Höhere Testosteronspiegel führen somit dazu, dass die stimulierten Blutzellen von Männern weniger inflammatorische Leukotriene produzieren, die wiederum für chronische Entzündungsreaktionen verantwortlich zeichnen.

Männer mit hohem Testosteronwert sind seltener krank

Auch unsere eigenen Studien haben gezeigt, dass hohe Testosteronwerte positiv für das Immunsystem sind. Untersuchungen bei hypogonadalen Männern, die also einen niedrigen Testoreronwert haben, zeigten, dass diese häufiger erkältet und krank sind. Männer mit einem hohen Testosteronspiegel hingegen zeigen weniger Erkältungserscheinungen und sind seltener krank. Doch warum ist das so?

Testosteron wird bei Männern in das weibliche Hormon Östradiol verstoffwechselt: Männer mit einem hohen Testosteronspiegel haben somit in der Regel auch gute Östradiolspiegel. Und dieses Östrogen unterstützt die Vermehrung von spezifischen Immunzellen. Das wiederum führt dazu, dass schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger im Körper des Mannes vorgegangen werden kann!

Zusammenfassend lässt sich somit sagen: Männer mit niedrigem Testosteron- und/oder Östrogenspiegel werden häufiger von Erkältungen und grippalen Infekten heimgesucht! Gute Testosteronwerte und damit einhergehend gute Östrogenwerte haben vor allem Männer, die sich viel bewegen, gesund ernähren und mental stark sind. Sie haben das Glück, seltener und nicht so schnell krank zu werden. Testosteron natürlich steigern

 

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