Männliche Geschlechtsorgane - Ein komplexes System

Der Penis des Mannes bildet gemeinsam mit Hoden, Nebenhoden, Samenblasen, Samenleiter und der Vorsteherdrüse (Prostata) das männliche Geschlechtsorgan.

Das männliche GeschlechtsorganDas Glied, der Penis, besteht aus 2 Schwellkörpern, die für die Erektion zuständig sind. Bei den Schwellkörpern handelt es sich um schwammartiges Gewebe mit zahlreichen Blutgefäßen, die im Erregungszustand stärker mit Blut gefüllt werden. Der Abfluss wird dann gedrosselt: Das Glied wird steif und richtet sich auf.

Ein weiterer Schwellkörper liegt an der Unterseite des Penis. Der untere Schwellkörper bildet die Umhüllung der Harnröhre. Er weitet sich an der Penisspitze aus, um den Peniskopf, die Eichel, zu bilden. Diese wiederum ist (beim unbeschnittenen Mann) von der Vorhaut umhüllt. In der Eichel verlaufen eine große Zahl sensibler Nervenfasern, die für die sexuelle Erregung des Mannes wichtig sind. An der Spitze der Eichel liegt die Harnröhrenmündung, durch die der Urin abfließt und die Samenflüssigkeit ausgestoßen wird. Während der Ejakulation (Samenerguss) ist jedoch die Blase verschlossen, so dass nicht gleichzeitig Urin abgehen kann.

Im Gegensatz zu manchen Säugetieren besitzt der Mann keinen Penisknochen als Versteifungshilfe, der das Einführen des Gliedes in die Vagina erleichtern würde. Stattdessen reguliert ein ausgeklügeltes hydraulisches Pumpen- und Ventilsystem den Erektionszustand des Penis.

Erektion - Wie funktioniert das?

Jeder kennt sie, jeder braucht sie. Doch was passiert bei der Erektion genau?

Die Erektion ist von einer Vielzahl äußerer und innerer Faktoren abhängig. Sie wird oft durch erotische Reize ausgelöst, zum Beispiel optische oder taktile Reize, wie Berührungen der Genitale. Die Reizsignale werden über Nervenbahnen in den Penis gesendet, wo sie als Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) freisetzen. Das Stickstoffmonoxid spielt sowohl für die Durchblutung am Herzen als auch im Penis eine wichtige Rolle. Durch die vermehrte Durchblutung werden die Schwellkörpern stärker mit Blut gefüllt. Gleichzeitig wird der Blutabfluss gedrosselt, so dass das Glied steif wird und sich aufrichtet.

Gliedversteifungen kommen häufig auch ohne erotische Reize zustande. Der gesunde Mann hat während des Schlafens in ein- bis eineinhalbstündlichen Abständen Erektionen. Beim Aufstehen bemerken die meisten Männer die so genannte "Morgenerektion" oder "Morgenlatte".

Für die Gesamtheit des normalen Erektionsablaufs sind sowohl nervliche, hormonelle, arterielle (Blutzufluss) und venöse (Blutabfluss) Faktoren sowie der Aufbau des Penis (Bindegewebe und Muskulatur), zum Teil aber auch psychische Faktoren verantwortlich.

Für das Zustandekommen einer normalen Erektion greifen verschiedene Komponenten wie ein Uhrwerk ineinander. Dieser sehr komplizierte Wirkmechanismus ist in der folgenden Abbildung sehr vereinfacht dargestellt.