Sexualität und Harninkontinenz bei Frauen

Die Harninkontinenz ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Sexualstörung. 

Man unterscheidet die Belastungsinkontinenz (Urinverlust bei Husten, Lachen, Niesen) von der Dranginkontinenz (Urinverlust bei starkem Harndrang). Unfreiwilliger Urinverlust wirkt sich bei etwa der Hälfte der betroffenen Frauen negativ auf die Sexualität aus. Etwa ein Drittel der betroffenen Frauen klagt über Lustlosigkeit und fast die Hälfte der Frauen leidet unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Oft entsteht der unfreiwillige Urinverlust durch eine Beckenbodenschwäche nach Kindsgeburten, durch Gewichtszunahme oder mit zunehmendem Alter.

Auch der Blasen- oder Gebärmuttervorfall wirkt sich störend auf die Sexualität aus. Hier lässt sich mit Beckenbodentraining gezielt eine deutliche Verbesserung und Stärkung des Beckenbodens und damit auch eine Verringerung bzw. Vermeidung des Urinverlusts erreichen. Neben dem Beckenbodentraining, welches die betroffenen Frauen selbst durchführen, gibt es auch die Möglichkeit einer Elektrostimulation der Muskulatur durch einen kleinen Kegel oder auch das Training mit Hilfe einer Vibrationsplatte/Vibrationsstuhl. Wir haben auch die Möglichkeit, mit Hilfe von Medikamenten die Inkontinenz zu behandeln. Vor allem die Dranginkontinenz lässt sich mit einer medikamentösen Therapie oft gut behandeln. Der Blasen- oder Gebärmuttervorfall macht gelegentlich einen operativen Eingriff notwendig.

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