Männliche Sexualität: Ein Lebenselixier

Therapiemöglichkeiten bei Erektionsschwäche

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten entwickelt, die den meisten Patienten helfen, ihr Sexualleben zu verbessern. Die von einer Erektionsschwäche betroffenen Männer sind heutzutage wesentlich schneller bereit, dieses Thema anzusprechen und sich von ihrem behandelnden Arzt über entsprechende Lösungsmöglichkeiten informieren zu lassen.

Zur Behandlung von Erektionsschwächen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

Für alle oben aufgeführten Behandlungsmethoden gibt es keine Altersgrenze. Wenn jemand mit neunzig Jahren noch Lust auf sexuelle Aktivitäten verspürt, sollte er sich nicht scheuen, die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. Wir alle wissen doch - Liebe hält jung. Entscheidend ist jedoch immer die Beratung mit einem Arzt, um gemeinsam eine angemessene Lösung zu finden.

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Tabletten:

Die pharmazeutische Industrie bietet eine Vielzahl verschiedener Tabletten an. Wir wollen hier zwei Substanzgruppen herausstellen, deren Wirksamkeit in unzähligen Studien nachgewiesen wurde:

PDE-5-Inhibitoren

Therapieoptionen bei Erektionsstörungen, sondern auch die Diskussion in der Öffentlichkeit über Sexualität.

Es gibt inzwischen zwei weitere PDE-5-Inhibitoren - Cialis® und Levitra® -, die selektiver sind als Viagra®. Das sieht man insbesondere daran, dass die Dosierungen bei diesen Substanzen bis zu 80 % geringer sind. Vardenafil (Levitra®) beispielsweise zeigt nach den bisherigen Studien eine sehr gute Verträglichkeit und hohe Wirksamkeit auch bei Patienten, die eine stärkergradige Schädigung des Penisschwellkörpers (Diabetiker, postoperative Prostatakrebspatienten) aufweisen.

PDE-5

Vorab sollte ein von den Medien immer wieder hervorgerufenes Missverständnis geklärt werden: PDE-5-Inhibitoren sind keine Aphrodisiaka, die das Sexualzentrum des Gehirns stimulieren. Vielmehr wirkt der in der Tablette enthaltene Wirkstoff in erster Linie als durchblutungsfördernde Substanz. Das heißt, durch PDE-5-Inhibitoren werden keine sexuellen Phantasien oder die Libido des Mannes direkt stimuliert. PDE-5-Inhibitoren helfen lediglich bei der Umsetzung des Wunsches nach sexueller Vereinigung. Ist ein sexueller Impuls vorhanden, unterstützt die Tablette den gesamten weiteren biochemischen Ablauf der Erektion.

Die versteifende Wirkung von PDE-5-Inhibitoren auf den Penis ist einem kleinen Molekül zu verdanken - dem Stickstoffmonoxid, das für eine Weitstellung von kleinen Gefäßen im Penis sorgt und dadurch zu einer besseren Füllung der Schwellkörper mit Blut führt. Mehr Blutzufluss bei gleichzeitig geschlossenen Abflussventilen bedeutet aber eine stärkere und anhaltendere Erektion.

Für interessiertere Leser hier noch eine etwas detailliertere Darstellung des Wirkmechanismus der PDE-5-Inhibitoren: Der Wirkstoff der Tablette greift in den Stickstoffhaushalt der Schwellkörperzellen ein und blockiert die Wirkung eines "Erektionsverhinderers": Die PDE-5-Inhibitoren hemmen das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE 5). PDE 5 ist der Gegenspieler zur erektionsfördernden Substanz cGMP (Cyclo-Guanosinmonophosphat), einem Produkt des NO-Stoffwechsels, das die feinen Muskelfaserzellen in den Schwellkörpern "entspannt", sodass das Blut leichter fließen kann. Bei Männern mit Erektionsstörungen ist das Gleichgewicht zwischen erektionsfördernden und erektionsverhindernden Substanzen aus der Balance geraten. PDE 5 - und verwandte Enzyme - bauen das cGMP schon wieder ab, noch bevor überhaupt eine Erektion erfolgen konnte. Dadurch dass die PDE-5-Inhibitoren diese PDE 5-Wirkung hemmen, kann das erektionsfördernde cGMP länger wirken, d.h., der Penis richtet sich auf und bleibt länger erigiert. Entscheidend ist, dass diese Wirkung der PDE-5-Inhibitoren gezielt und gut steuerbar erfolgt.

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Apomorphin

Apomorphin ist ein Medikament, das als Botenstoff u.a. direkt im Gehirn in die Signalübertragung eingreift und von dort Impulse für die Erektion aussendet. Es entfaltet seine Wirkung nur unter der Voraussetzung, dass der Mann sexuell erregt wird. Die Tablette alleine bewirkt also keine Erektionen. Als häufigste Nebenwirkung kann Übelkeit auftreten, was insofern nicht erstaunlich ist, als Apomorphin in der medizinischen Therapie - mit höherer Dosierung - auch eingesetzt wird, um Erbrechen auszulösen.

Nach der Markteinführung von Apomorphin stellte sich heraus, dass seine Wirksamkeit bei organischen Ursachen von Erektionsstörungen bei weitem unter der von PDE-5-Inhibitoren liegt. Die Indikation zum Einsatz dieses Wirkstoffes ist dementsprechend heute fast ausschließlich bei psychischen Störungen gegeben.

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Gesprächs- / Psychotherapie:

Bei psychogen bedingten Erektionsproblemen können Erfolge u.U. auch über eine psychologische Beratung erzielt werden. Andererseits kommen auch bei dieser Form der Erektionsstörung wiederum PDE-5-Inhibitoren erfolgreich zum Einsatz. Bei psychogener Impotenz kann manchmal schon ein einziges erfolgreiches Erlebnis genügen, um die Potenz zurückzugewinnen.

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Intrakavernöse Injektionstherapie:

Injektionstherapie

Sie ist auch als "Spritze in den Penis" bekannt. Kurz vor dem Sex injiziert der Mann sich (oder die Partnerin ihm) ein Medikament (es gibt verschiedene) in den Penisschwellkörper. Nach etwa 10-25 Minuten wird der Penis steif und Geschlechtsverkehr möglich.

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Intraurethrale Medikamente:

Bei der intraurethralen Therapie wird eine Art längliche Tablette (Pellet) mit einem Applikator in die Harnröhre eingeführt. Spricht der Mann auf das Medikament an, kommt es nach etwa 15 Minuten zur Erektion.

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Vakuumpumpen:

Vakuumpumpe

Vakuumerektionshilfen sorgen mit Hilfe eines Glas- oder Plastikzylinders, in den der Penis eingeführt wird, durch Absaugen der Luft für ein Vakuum. Der Unterdruck führt zu einem verstärkten Blutzufluss in die Schwellkörper und damit zu einer Erektion. Ist der Penis ausreichend erigiert, wird zuerst an der Peniswurzel ein Torniquet (z.B. ein Gummiring) übergestreift, der einen Blutabfluss verhindert, und dann der Zylinder entfernt. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der Gummiring wieder abgenommen und der Penis erschlafft.

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Testosteron:

Fehlt es an der "Lust" (Libido), so ist die Ursache in der Regel ein Nachlassen der Testosteron-Produktion, - dem allerdings abgeholfen werden kann. In diesem Zusammenhang sollte die interessante Tatsache nicht unerwähnt bleiben, dass älter werdende Männer, die mehr als einmal pro Woche Geschlechtsverkehr haben, in der Regel höhere Testosteronspiegel aufweisen als Männern mit geringerer sexueller Aktivität.

Testosteron ist nicht nur wegen seiner die Libido steigernden Wirkung bedeutsam. Es kann auch bei Erektionsstörungen eingesetzt werden, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass ein verminderter Testosteron-Blutspiegel vorliegt (dies trifft bei etwa jedem zehnten bis zwanzigsten Mann mit Erektionsstörungen zu).

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Penisprothese:

Prothese

Mit Penisprothesen sind Implantate gemeint, die operativ in den Penis eingesetzt werden und eine künstliche Versteifung des Gliedes ermöglichen. Solche Implantate kommen für die kleine Minderheit von Männern mit Erektionsstörungen in Betracht, bei denen alle anderen Therapieoptionen nicht zum Erfolg geführt haben. Sie zeigen kaum einen Verschleiß und sind auch nach Jahrzehnten noch funktionstüchtig und sehr effektiv. Bei hydraulischen Implantaten wird mit einer Pumpe, die in den Hodensack eingesetzt ist, Flüssigkeit in einen künstlichen Schwellkörper gepumpt, bis der Penis steif ist. Auf diese Weise lässt sich ein natürlicher Erektionsablauf nachahmen.

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